Wall Street

Griechenland-Hängepartie belastet US-Börsen

Sorgen über ein mögliches Scheitern der Verhandlungen zur Abwendung einer griechischen Staatspleite haben sich in den Kursen an der New Yorker Börse widergespiegelt.

Die Hängepartei beim Kampf gegen die griechische Schuldenkrise hat die US-Aktienmärkte am Dienstag belastet. Die Sorge vor einem Scheitern der Gespräche in Athen über eine Beteiligung der privaten Gläubiger an einem zweiten Rettungspaket belastete unter anderem Bankentitel.

„Wir stehen wieder vor der Frage, ob Griechenland auf eine geordnete, chaotische oder technische Staatspleite zusteuert“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt von Rockwell Global Capital. Zudem gingen Analysten davon aus, dass der Wall Street nach den jüngsten Kurszuwächsen zunächst die Puste ausgehen dürfte. Die jüngsten Quartalszahlen rissen kaum einen Händler vom Hocker.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss rund 0,3 Prozent schwächer bei 12.675 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.613 und 12.708 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,1 Prozent auf 1314 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte dagegen 0,1 Prozent fester bei 2786 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent bei 6419 Punkten.

Die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland ließen wieder Zweifel an den Perspektiven vor allem für Bankenaktien hochkochen. Der New Yorker Aktienkurs der UBS verlor 1,7 Prozent an Wert. Der S&P-Index für den Bankensektor lag 0,2 Prozent im Minus.

Investoren fürchten, dass die Finanzinstitute wegen der Forderungen der Euro-Staaten größere Zugeständnisse machen müssen als bislang gedacht. Zudem kündigte die Ratingagentur S&P an, Griechenland wohl einen teilweisen Zahlungsausfall zu bescheinigen. Das Land werde dabei wahrscheinlich auf den Status „selective default„ herabgestuft. Einen Dominoeffekt für andere Länder der Euro-Zone fürchtet S&P aber nicht.

Bei den Einzelwerten stach unter anderem die Aktie von Texas Instruments mit einem Minus von rund zwei Prozent hervor. Der Chiphersteller verzeichnete einen Gewinneinbruch im Quartal. Im Dezember zog die Nachfrage entgegen den Erwartungen aber wieder an. Ebenfalls auf der Verkaufsliste stand der Linde-Rivale Air Products, der angesichts des weltweiten Wirtschaftsabschwungs ebenfalls weniger verdiente und auch im laufenden Quartal Gegenwind erwartet.

Die Aktie des Industriegase-Herstellers verlor 2,6 Prozent. Die Aktien von McDonald's konnten sich dem Börsentrend nicht entziehen und gaben 2,2 Prozent ab. Dabei waren Gewinn und Umsatz der Fastfood-Kette im vierten Quartal unerwartet deutlich gestiegen.

Zu den Gewinnern zählte dagegen der Chemiekonzern DuPont, der zwar einen Rückgang des Gewinns auswies, den Umsatz aber steigern konnte. Die Branche gilt als gutes Konjunktur-Barometer, da sie nahezu alle Industriezweige als Abnehmer hat. DuPont-Aktien legten 0,1 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,74 Milliarden Aktien den Besitzer. 1615 Werte legten zu, 1362 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 1482 im Plus, 992 im Minus und 135 unverändert.