Börsen-Bericht

Drohende Griechen-Abwertung belastet den Dax

Börsianer reagieren prompt als S&P droht Griechenland mit „Teil-Zahlungsausfall" droht. Der deutsche Leitindex baut seine Verluste weiter aus.

Das Hickhack um die Entschuldung Griechenlands zerrt zusehends an den Nerven der Aktienanleger. Als am Dienstagnachmittag die Meldung über die Ticker lief, dass die Ratingagentur Standard & Poor's Griechenland wahrscheinlich auf „Teil-Zahlungsausfall“ herabstuft, baute der Dax seine zuvor verbuchten Verluste weiter aus und fiel auf das Tagestief von 6339 Zählern. Im weiteren Verlauf grenzte der Leitindex die Verluste wieder deutlich ein und notierte zum Handelsende mit 6419 Punkten noch 0,3 Prozent unter seinem Vortagesschluss. Der MDax mittelgroßer Werte schwächte sich um 0,9 Prozent ab, der Technologieindex TecDax verlor 1,8 Prozent.

Der Euro fiel nach den S&P-Aussagen zum Griechenland-Rating auf ein Tagestief von 1,2954 Dollar. Im weiteren Verlauf holte die Gemeinschaftswährung wieder leicht auf und notierte zuletzt bei 1,3005 Dollar. Deutsche Staatsanleihen tendierten noch etwas schwächer. Zeitweise deutlichere Kursverluste wurden wieder ausgeglichen. Der Bund-Future notierte neun Ticks leichter bei 137,35 Zählern. Die dem Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte am Nachmittag mit 1,997 Prozent.

Bankentitel standen europaweit unter Druck. Anleger nahmen Gewinne mit, nachdem die Papiere in den vergangenen Tagen stark gestiegen waren. Der Branchenindex Stoxx-Europe-600-Banks gab fast zwei Prozent ab, nachdem er an den vergangenen drei Handelstagen über zehn Prozent zugelegt hatte. Commerzbank-Aktien brachen ihren am Morgen noch kurzzeitig fortgesetzten Höhenflug ab und verloren zuletzt am Dax-Ende 2,8 Prozent. Titel der Deutschen Bank büßten 1,8 Prozent ein. Siemens-Aktien rutschten nach der Vorlage von Zahlen um 1,3 Prozent ab. Händler werteten das erste Quartal und den Ausblick des Elektrokonzerns als „enttäuschend“. Der Umsatz und das Ergebnis seien klar hinter den durchschnittlichen Marktschätzungen zurückgeblieben.

Im TecDax gerieten Q-Cells ins Taumeln und verloren 18,1 Prozent. Nach einem Gerichtsurteil zu der im Februar fälligen Wandelschuldverschreibung ist das finanzielle Gerüst für die Sanierung des angeschlagenen Unternehmens erst einmal zusammengebrochen. Zu den Schlusslichtern zählten mit minus 6,6 Prozent auch Titel der Software AG, die mit ihrem Ausblick die Anleger verprellt hatte. Berichte über steigenden Zeitdruck bei den Kreditverhandlungen zur Vorfinanzierung des Frühjahrsgeschäfts bei Praktiker setzte die Aktie unter Druck. Sie verlor 11,3 Prozent, nachdem sie am Vortag zeitweise noch mehr als 19 Prozent zugelegt hatte.