US-Börsen schließen kaum verändert

Anleger warteten auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern über einen freiwilligen Schuldenerlass.

Die US-Börsen haben nach einer moderaten Berg- und Talfahrt kaum verändert geschlossen. Wie in Europa waren auch an der Wall Street die bereits seit Monaten laufenden Verhandlungen über einen Schuldenerlass für Griechenland zentrales Thema.

Nach anfänglicher Zuversicht, dass es in Kürze zu einer Einigung mit den privaten Gläubigern Griechenlands komme, habe zuletzt wieder die Unsicherheit und Vorsicht der Anleger überwogen, hieß es von Börsianern. Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sei eher eine Quelle für stärkere Schwankungen an den Märkten statt für Stabilität.

Der Leitindex Dow Jones Industrial (DJIA) verlor nach vier freundlichen Handelstagen 0,09 Prozent und schloss bei 12 708,82 Punkten. Zeitweise hatte er im Handelsverlauf bei rund 12 765 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2011 erreicht. Der S&P 500 rückte um 0,05 Prozent auf 1316,00 Punkte vor.

An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite-Index um 0,09 Prozent auf 2737,22 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 zeigte sich mit plus 0,01 Prozent auf 2437,22 Punkte nahezu unverändert.

Im DJIA zählten die Bankenwerte zu den gefragtesten Aktien. Den Spitzenplatz nahmen die Papiere der Bank of America (BofA) ein mit plus 2,55 Prozent auf 7,25 US-Dollar. Die Aktien von JPMorgan gewannen 0,80 Prozent auf 37,66 Dollar. Im S&P-100-Index gaben die Anteilsscheine von Goldman Sachs und Morgan Stanley hingegen ihre Gewinne wieder vollständig ab und sanken um 0,51 Prozent respektive um 0,98 Prozent.

Halliburton verzeichnete im vierten Quartal wegen hoher Nachfrage in seinem Heimatmarkt USA einen Umsatz- und Gewinnschub. Die Aktie des Dienstleisters im Öl- und Gasgeschäft büßte dennoch 2,10 Prozent ein. Die Amerikaner streiten seit Längerem mit dem Ölkonzern BP darüber, wer die milliardenschweren Kosten der Katastrophe an der Ölplattform „Deepwater Horizon“ zahlen muss, die vor anderthalb Jahren weite Teile der Küste am Golf von Mexiko verseucht hatte.

Halliburton war für die Zementarbeiten am Bohrloch der explodierten Ölplattform zuständig. Über Monate strömten riesige Mengen Öl ins Meer und verseuchten große Teile der US-Küste.

Die Titel von Research In Motion (RIM) waren aufgrund des Chefwechsels beim Blackberry-Hersteller mit minus 8,47 Prozent auf 15,56 Dollar Schlusslicht im Nasdaq 100. Der bisher für das Tagesgeschäft zuständige Thorsten Heins wird neuer Vorstandsvorsitzender, wie das Unternehmen am Sonntag mitgeteilt hatte.

Heins löst das zuletzt heftig kritisierte Führungsduo Mike Lazaridis und Jim Balsillie ab. Allerdings betonte der Deutsche, dass er keinen Grund für einen „drastischen Wandel“ im Unternehmen sehe, was Investoren enttäuschte. Auch Analysten äußerten sich eher skeptisch über die Neubesetzung des Chefpostens mit einem Mann aus den eigenen Reihen des Unternehmens.

Der Eurokurs hielt sich im New Yorker Handel stabil über der Marke von 1,30 US-Dollar und notierte zum Handelsschluss am Aktienmarkt bei 1,3026 Dollar. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen verloren 10/32 Punkte auf 99 12/32 Punkte. Ihre Rendite stieg damit auf 2,066 Prozent.