Staatsanleihen

Österreich gibt Anleihen mit 50-jähriger Laufzeit aus

Die österreichische Finanzierungsagentur hat 50-jährige Papiere aufgelegt. Aus Österreich gab es kaum Interessenten. Deutsche Investoren hingegen schlagen zu.

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Österreich hat erstmals in seiner Geschichte Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 50 Jahren ausgegeben. Der Staat sammelte mit den Schuldpapieren zwei Milliarden Euro ein und muss den Käufern des Papiers 3,837 Prozent Zinsen zahlen, wie die österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) mitteilte. Die Nachfrage nach den Papieren sei sehr groß gewesen.

Die erfolgreiche Platzierung zeige "die starke Kreditwürdigkeit Österreichs", erklärte ÖBFA-Chefin Martha Oberndorfer. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit der Republik in der vergangenen Woche herabgestuft; Moody's und Fitch hingegen geben Österreich weiterhin ihr Top-Rating.

Die Käufer der 50-Jahres-Anleihe kamen den Angaben zufolge zu 62 Prozent aus Deutschland. 23 Prozent der Papiere gingen in die Niederlande, vier Prozent in die Schweiz und nur zwei Prozent blieben im Heimatland Österreich.

Das Risiko, Verluste zu machen, ist beim Kauf so lange laufender Anleihen groß. Sollte die Inflation in der Euro-Zone deutlich zunehmen, würde diese den Zins übertreffen. Damit wäre die Anleihe unattraktiv. Oft kommt es in solchen Fällen zu einer Abwertung des Papiers, so dass auch ein vorzeitiger Verkauf mit Verlusten verbunden wäre. Für ältere Anleger besteht zudem die Wahrscheinlichkeit, die Rückzahlung der Anleihe nicht mehr zu erleben.