Währungen

London wird größter ausländischer Yuan-Handelsplatz

Der britische Schatzkanzler Osborne hat mit den Chinesen ein Abkommen unterzeichnet. Ein Großteil des Yuan-Handels soll demnach in London stattfinden.

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London soll der größte Handelsplatz für chinesische Yuan im Ausland werden. Finanzminister George Osborne unterzeichnete dazu ein Abkommen mit dem Chef der Finanzaufsicht in Hongkong, Norman Chan. Danach soll künftig ein Großteil der ausländischen Devisengeschäfte mit der chinesischen Währung über die britische Finanzmetropole abgewickelt werden. "London ist der perfekte Ort für asiatische Banken und Investments in Europa", sagte Osborne in Hongkong.

Noch ist der internationale Handel mit Renminbi, "dem Volksgeld", wie die chinesische Währung übersetzt heißt, streng reguliert. Das ändert sich schrittweise. Die Regierung in Peking möchte ihre Währung zum Ersatz für den US-Dollar machen und damit auch die Abhängigkeit von der US-Währung reduzieren. London, so Finanzminister Osborne, wolle bei der "spannenden Entwicklung dieses Marktes" helfen.

Das Abkommen mit der Finanzaufsicht in Hongkong schafft die Grundlage für eine weitreichende Koordination zwischen den beiden Währungssystemen. Laut einem Bericht der Financial Times sollen die Systeme für die Abrechnung in britischen Pfund und Yuan angeglichen werden.

Bislang ist die ehemalige britische Kolonie Hongkong halbautonom, die chinesische Zentralregierung sieht sie als Experimentierfeld für die schrittweise Freigabe des Yuan. Seit 2010 können sich ausländische Unternehmen in Shanghai sowie in Hongkong und Umgebung in Yuan bezahlen lassen, wenn sie nach China liefern. Auch Rechnungen, die Unternehmen aus dem Ausland in China begleichen müssen, können seitdem in Yuan beglichen werden.

Laut einer Prognose von Chatham House, einem Think Tank in London, könnte das Volumen der Transaktionen in Yuan im Jahr 2020 rund eine Billion Dollar betragen (etwa 790 Mrd. Euro). Finanzminister George Osborne: "Es ist offensichtlich, dass der Renminbi-Markt in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird".