US-Börsen

Rating-Rundumschlag belastet Wall Street

Die Bankentitel waren die größten Verlierer am US-Markt. Die Herabstufung vieler Euro-Länder drückte die Stimmung an der Wall Street.

Die Ratingagentur S&P hat mit ihrem Herabstufungen von Ländern der Euro-Zone auch die Anleger an der Wall Street beunruhigt. S&P bestätigte nach Börsenschluss die schlechtere Bewertung von neun Euro-Ländern, über die im Handelsverlauf bereits Details bekannt geworden waren.

Unter anderem werden Frankreich, Italien und Österreich schlechter bewertet, Deutschland behält dagegen seine Top-Bonitätsnote. „Wenn solche Nachrichten einschlagen, gibt es natürlich Reaktionen“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. „Und das sind keine gute Nachrichten.“ Anleger trennten sich nach einem Gewinnrückgang von JPMorgan vor allem von Bankaktien.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,4 Prozent bei 12.422 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.311 und 12.470 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1289 Stellen, ein Minus von 0,5 Prozent. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent und ging mit 2710 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht legten der Dow 0,5, der S&P 0,9 und die Nasdaq 1,4 Prozent zu. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent leichter bei 6143 Stellen.

Schon im Handelsverlauf hatten Gerüchte über den bevorstehenden S&P-Schritt die Stimmung auch in New York gedrückt. Die US-Börsen ringen seit langem darum, sich aus den Fängen der Euro-Schuldenkrise zu befreien. Die Spekulationen um S&P bewirkten am Freitag das Gegenteil.

Papiere großer Banken unter Druck

Vor dem Wochenende standen vor allem Papiere großer US-Banken unter Druck. JPMorgan gab vor Handelsbeginn einen deutlichen Gewinnrückgang bekannt und schickte damit seine Aktien ins Minus. Andere Branchentitel wurden mit in die Tiefe gezogen.

JPMorgan verloren 2,5 Prozent, Bank of America gaben 2,6 Prozent und Goldman Sachs 2,2 Prozent nach. Zwar lag der JP-Morgan-Gewinnrückgang im Rahmen der Schätzungen von Analysten. Die Ergebnisse zeigten aber, dass die Banken mit starkem Gegenwind zu kämpfen hätten, sagte Rick Meckler von Libertyview Capital Management.

Positive Konjunkturdaten konnten die Markttendenz nicht umkehren: Das Stimmung der US-Verbraucher hat sich zu Jahresbeginn weiter aufgehellt und ist nun so gut wie seit acht Monaten nicht mehr. Der Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im Januar nach vorläufigen Berechnungen auf 74,0 Punkte von 69,9 Zählern im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit 71,5 Punkten gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 830 Millionen Aktien den Besitzer. 1036 Werte legten zu, 1941 gaben nach und 122 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 804 im Plus, 1666 im Minus und 109 unverändert.