US-Börsen

Konjunkturbericht hellt Börsen-Stimmung leicht auf

Die Euro-Schuldenkrise bremst die Wall Street aus, der Dow Jones schloss nur knapp im Plus. Die Warnung der Ratingagentur Fitch an die EZB schreckte die Anleger.

Die Wall Street kann sich nicht so energisch aus den Fängen der Euro-Schuldenkrise befreien wie erhofft. Nur knapp verteidigten die Standardwerte am Mittwoch ihre Gewinne vom Vortag, als der Optimismus des Aluminiumkonzerns Alcoa die wichtigsten Indizes auf ein Fünf-Monats-Hoch getrieben hatte.

Die Börsenbarometer verharrten im Handelsverlauf lange im Minus. Erst nach dem Fed-Konjunkturbericht hellte sich die Stimmung etwas auf. Die Euro-Krise war nicht zuletzt mit dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpräsidenten Mario Monti wieder in den Blick gerückt. Auch die Warnung der Ratingagentur Fitch an die EZB schreckte die Anleger.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.462 und einem Tief von 12.399 Zählern. Er schloss 0,1 Prozent leichter bei 12.449 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 notierte bei 1292 Punkten praktisch unverändert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,3 Prozent auf 2710 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent niedriger bei 6152 Punkten.

Der Euro sackte zeitweise auf ein 16-Monatstief von 1,2661 Dollar. Auf der Gemeinschaftswährung lasteten Händlern zufolge vor allem Aussagen der Ratingagentur Fitch, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Tag vor deren nächster Zinssitzung eine Ausweitung der umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen europäischer Problemländer verlangte.

Die Angst vor Staatsbankrotten in der Euro-Zone treibt die US-Börsen seit Wochen um. Die Anleger ringen darum, sich das Geschäft nicht durch die Euro-Schuldenkrise verderben zu lassen. Optimisten gehen davon aus, dass ihnen das immer besser gelingt.

Selbst wenn es wegen der Euro-Problematik eine Delle gebe, sei diese nicht mehr so tief und dauerhaft, sagte Randy Warren von Warren Financial Service. „Der nächste Katalysator für einen Aufwärtstrend am Markt ist der Mangel an schlechten Nachrichten.“

Arbeitsmarkt bereitet noch Sorgen

Diesen Effekt hatte wohl der Konjunkturbericht der US-Notenbank, nach dessen Vorlage die Börsenbarometer Boden gutmachten. Die amerikanische Wirtschaft habe zum Jahresende 2011 ihren bescheidenen Wachstumskurs fortgesetzt, erklärte die Fed in ihrem „Beige Book“. Die Verbraucher seien im Weihnachtsgeschäft ausgabefreudiger gewesen also noch in den Monaten zuvor. Sorgen bereite aber noch immer der Arbeitsmarkt.

An der Börse unter Druck gerieten vor allem Energietitel, nachdem der Ölpreis zum vierten Mal binnen fünf Tagen gesunken war. Rohöl wurde 1,15 Dollar niedriger bei 101,09 Dollar je Barrel gehandelt. Der Ölriese Exxon gab 0,7 Prozent nach, Rivale Chevron büßte 1,2 Prozent an Börsenwert ein.

Zu den ganz großen Verlierern gehörten die Anteilsscheine des Bekleidungskonzerns Urban Outfitters. Am Vortag hatte Outfitters-Chef Glen Senk überraschend seinen Rücktritt erklärt. Die Renditen der Kette waren zuletzt deutlich gesunken. Am Mittwoch stufte dann noch die Citigroup die Aktie auf „Verkaufen“ herab. Der Kurs sauste fast 19 Prozent in die Tiefe.

Milliardär Carl Icahn ließ Übernahmeangebot fallen

Negativ auch der Trend bei Commercial Metals. Milliardär Carl Icahn ließ sein feindliches Übernahmeangebot für das Recycling-Unternehmen von rund 1,7 Milliarden Dollar fallen. Das Commercial-Papier gab daraufhin knapp sechs Prozent nach.

Mit einem satten Plus von über 16 Prozent wurden dagegen die Anteilsscheine von Crocs für die jüngste Umsatzprognose des Schuhherstellers belohnt. Dieser rechnet nun damit, im Weihnachtsquartal das obere Ende der bisherigen Vorhersage erreicht zu haben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 755 Millionen Aktien den Besitzer. 1646 Werte legten zu, 1352 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1482 Titel im Plus, 1009 im Minus und 139 unverändert.