Wall Street

Alu-Konzern macht Wall Street optimistisch

Die Prognose des Aluminiumkonzerns Alcoa hat Bergbau-Aktien angeschoben. Anleger reagierten auch erleichtert, dass die Rating-Agentur Fitch Frankreich zunächst nicht herabstufen will.

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Der Optimismus des Aluminiumkonzerns Alcoa hat an der Wall Street die Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung gedämpft und die Aktienkurse auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gehievt. Viele Rohstoff-Titel bekamen zusätzlich von Importdaten aus China einen Schub: Das Land steigerte seine Einfuhren zuletzt stärker als erwartet. Gleichzeitig jedoch blieb die europäische Schuldenkrise in den Hinterköpfen der Anleger und bremste die Kursgewinne.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher bei 12.462 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1292 Punkten, einem Plus von 0,9 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,0 Prozent und ging mit 2702 Punkten aus dem Handel.

Auch in Frankfurt profitierten die Kurse von der Prognose des Aluminiumriesen Alcoa, der von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitet wird: Der Dax schloss 2,4 Prozent im Plus bei 6162 Punkten. Dank eines höheren Bedarfs der Luft- sowie Raumfahrtbranche und der Autoindustrie rechnet Alcoa weltweit mit einer um sieben Prozent steigenden Nachfrage nach dem Leichtmetall. Alcoa-Aktien konnten ihre anfänglichen Gewinne jedoch nicht ganz halten und gingen mit einem minimalen Plus aus dem Handel.

Märkte setzen auf Erholung der Konjunktur

Im Aufwind der Alcoa-Prognose ging es an den Rohstoffmärkten aufwärts: Kupfer wurde rund drei Prozent höher gehandelt – die beste Entwicklung seit Ende November. Die Märkte setzten fest auf eine Erholung der Konjunktur und damit einhergehende Nachfrageschübe, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. „Allerdings ist das erst mal nur heute so. Wir haben noch längst nicht alle unsere Probleme gelöst.“

So hielten die Investoren mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise weiter den Atem an. Noch in dieser Woche stehen Anleiheauktionen in Spanien und Italien an, die die Märkte fest im Blick haben. Anleger reagierten jedoch erleichtert darauf, dass die Rating-Agentur Fitch Frankreich die Top-Bonitätsnote „AAA“ in diesem Jahr voraussichtlich nicht entziehen wird.

Die US-Börsenaufsicht drängte die heimischen Banken zur Preisgabe von mehr Informationen über ihre Engagements in europäischen Bonds. Sorgen vor weiteren Opfern der Euro-Schuldenkrise hatten zuletzt die Aktien von Morgan Stanley und der Investmentbank Jefferies Group gedrückt. Analysten gehen davon aus, dass beide Häuser stark in Europa investiert sind.

Morgan-Stanley-Papiere teurer

Diese Sorgen rückten jedoch etwas in den Hintergrund, so dass sich Morgan-Stanley-Papiere um gut vier Prozent verteuerten und Jefferies um knapp drei Prozent. JPMorgan Chase machten ebenfalls Boden gut und legten mehr als zwei Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,84 Milliarden Aktien den Besitzer. 2305 Werte legten zu, 687 gaben nach und 109 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Milliarden Aktien 1833 im Plus, 699 im Minus und 112 unverändert.