Börsen-Bericht

Positive Fitch-Aussagen stützen Dax-Gewinne

Die Sorgen um die Euro-Krise sind am Aktienmarkt in den Hintergrund gerückt. Hoffnung auf gute US-Firmenbilanzen lockte die Anleger an.

Die Hoffnung auf eine erfreuliche Bilanzsaison in den USA hat die Dax-Anleger wieder bei Aktien zugreifen lassen. Der Aluminiumhersteller Alcoa eröffnete die Berichtssaison in den USA zwar mit roten Zahlen, zeigte sich aber zuversichtlich für die Nachfrage im laufenden Jahr.

Zugleich sorgten Fortschritte bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern für bessere Stimmung. „Das sorgt alles in allem mal für etwas Beruhigung an den Märkten“, sagte ein Händler. Der Dax legte um 2,2 Prozent auf 6149 Zähler zu, nachdem er an den vergangenen vier Handelstagen im Minus geschlossen hatte. Der EuroStoxx50 gewann zwei Prozent.

Der größte US-Alu-Produzent Alcoa, der als Frühindikator für die US-Wirtschaft gilt, rechnet weltweit mit einem Anziehen der Aluminium-Nachfrage um sieben Prozent. Das seien gute Nachrichten und vielleicht stünden den Investoren noch mehr positive Überraschungen bevor, sagte Mike Lenhoff, Chefstratege bei Brewin Dolphin Securities.

Analysten waren auch vom stärker als erwartet ausgefallenem Umsatzwachstums bei Alcoa angetan. LBBW-Investmentanalyst Uwe Streich geht davon aus, dass die 500 größten US-Unternehmen im Rahmen der Q4-Berichterstattung insgesamt die Erwartungen des Marktes schlagen werden.

Fitch rechnet nicht mit Frankreich-Herabstufung

Stimmungstreiber waren neben den Fortschritten in Griechenland auch die Aussagen von Fitch-Manager Ed Parker. „Anhand aktueller wirtschaftlicher und steuerlicher Entwicklungen in Frankreich rechnen wir nicht mit einer Herabstufung in diesem Jahr“, sagte er Reuters. Parker versicherte zudem, dass die Top-Bonität Deutschlands sicher sei.

Auch Österreichs AAA-Rating sei aktuell nicht gefährdet, wenngleich von der unsicheren Situation in Ungarn Risiken ausgingen. „Das lenkt den Blick etwas von der Schuldenkrise ab“, sagte ein Börsianer. Zulegen konnten europaweit vor allem die Finanzwerte – der entsprechende Branchenindex gewann 2,5 Prozent. Im Dax führten die Commerzbank-Papiere den Index mit einem Plus von gut sechs Prozent an, Deutsche-Bank-Aktien notierten 4,3 Prozent fester. Auch die rasante Talfahrt der Unicredit-Papiere ist vorerst zu Ende. Die Papiere verteuerten sich um gut fünf Prozent auf 2,40 Euro, nachdem sie zuvor binnen weniger Tage mehr als 40 Prozent verloren hatten.

Die Bezugsrechte für die neuen Unicredit-Titel schossen sogar um 67 Prozent in die Höhe. Die Unicredit, Muttergesellschaft der HypoVereinsbank und der Bank Austria, musste bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung Interessenten mit massiven Rabatten locken. UniCredit braucht das Geld, um eine kürzlich von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde ausgemachte Lücke von acht Milliarden Euro Eigenkapital zu stopfen.

Zu den Verlierern im Dax zählte Siemens, die sich um 1,7 Prozent verbilligten. Zurückhaltende Äußerungen des Finanzchefs Joe Kaeser zur Geschäftsentwicklung schickten die Aktie in den Keller. Im TecDax gingen Software auf Sturzflug - das US-Geschäft hat dem Konzern die Jahresziele verhagelt.

Die Aktien brachen um bis zu 26 Prozent auf 22,46 Euro ein und verbuchten damit den drittgrößten Kurssturz der Unternehmensgeschichte. Die Papiere des Mitbewerbers SAP fielen ebenfalls: Mit einem Abschlag von 2,2 Prozent waren sie größter Dax-Verlierer.