Banken

Gebühren an Geldautomaten noch immer oft zu hoch

Gerade kleinere, regional tätige Geldinstitute nehmen deutlich höhere Gebühren als die Großbanken. Das ruft das Kartellamt auf den Plan.

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Die Geldautomatengebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen für Fremdkunden stoßen beim Bundeskartellamt erneut auf Kritik. „Die Gebührenhöhe bei der Mehrzahl der untersuchten Regionalinstitute liegt deutlich über denen der bundesweit tätigen Kreditinstitute“, sagte ein Sprecher der Behörde der „Rheinischen Post“. Das weckt bei den Wettbewerbshütern offenbar den Verdacht, die Gebühren seien überhöht.

Wie die Zeitung weiter berichtet, will sich das Kartellamt in der kommenden Woche zu seinem weiteren Vorgehen äußern. Bereits im April 2011 hatte die Behörde vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Ultimatum gesetzt, binnen sechs Monaten die Gebühren weiter zu senken.

Schon in der Vergangenheit hatten die Wettbewerbshüter der Finanzbranche deutlich gemacht, wo sie die Preise erwarten. Die 2010 unter den Banken diskutierte Obergrenze von fünf Euro läge um das Fünf- bis Fünfzehnfache über den Gebühren, die sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken innerhalb ihrer Verbünde berechneten, das sei „nicht hinnehmbar“, so damals die Formulierung in einem Schreiben an die Dachorganisation des Kreditgewerbes.

Die Bundesregierung hatte die Banken ab 15. Januar 2011 verpflichtet, Bankkunden an den Geldautomaten mitzuteilen, was sie das Geldabheben kostet . Auf diese Weise sollte es jedem ermöglicht werden, teure Automaten zu meiden.

Der Wettbewerb zwischen den Banken sollte so für insgesamt niedrigere Gebühren sorgen. Die Neuerung führte tatsächlich dazu, dass das Preisniveau an Geldautomaten insgesamt gesunken ist. Nach Zahlen der ING Diba verlangten vor einem Jahr noch zehn Institute neun Euro und mehr, nachdem ein Direktbankkunde an einem der fremden Automaten Geld abgehoben hatte, wie Morgenpost Online berichtete . Mittlerweile haben diese Häuser das Entgelt auf 3,80 Euro bis fünf Euro reduziert und damit mehr als halbiert.

Ausreißer nach oben gibt es allerdings weiterhin. So verlangte die Kölner Bank im November unverändert bis zu 6,95 Euro, die Eckenförder Bank bis zu sechs Euro. Private Adressen, wie Commerzbank und Deutsche Bank, verlangen von bankfremden Kunden dagegen bereits seit Einführung der neuen Entgeltregeln einheitlich 1,95 Euro.