Staatsanleihen

Frankreich sammelt acht Milliarden bei Anlegern ein

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Der mit Spannung erwartete Verkauf von Anleihen ist für Frankreich glimpflich verlaufen. Jetzt blicken die Investoren nervös nach Italien.

Frankreich hat den Kapitalmarkt angezapft und sich 7,96 Milliarden Euro geliehen. Die durchschnittliche Rendite bei zehnjährigen Papieren im Volumen von gut vier Milliarden Euro lag bei 3,29 Prozent, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur AFT mit.

Die Emission war 1,6-fach überzeichnet. Frankreich platzierte zudem Anleihen mit Laufzeiten bis 2023, 2035 und 2041. Zum Vergleich: Deutschland musste Anlegern am Vortag bei der Aufstockung einer zehnjährigen Anleihe nur einen durchschnittlichen Zins von 1,93 Prozent bieten. Die Bundesrepublik hatte insgesamt gut vier Milliarden Euro aufgenommen. Nachdem der Bund im November nicht so viel wie geplant hatte aufnehmen können, hatten sich einige über die Refinanzierbarkeit der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone am Kapitalmarkt gesorgt. Dies hatte am Devisenmarkt den Druck auf den Euro verstärkt.

Die acht-Milliarden-Auktion war Frankreichs erster Schritt an den Kapitalmarkt 2012. Das Land steht unter Druck, das Top-Rating „AAA“ für seine Kreditwürdigkeit zu verlieren . Denn die Verschuldung des Landes rückt immer stärker in den Fokus der Finanzmärkte.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der sich in diesem Jahr zur Wiederwahl stellt, hat bereits Wirtschaftsreformen im Kampf gegen die Schuldenkrise angekündigt und will damit das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Besonders im Blick haben die Märkte neben Frankreich auch Italien, das rund hundert Milliarden Euro in den ersten Monaten des neuen Jahres aufnehmen muss, um fällige Anleihen zu bedienen.

Neben Italien will auch Spanien mehrere Tranchen an Staatsanleihen versteigern. Erst der Verlauf dieser Auktionen könnte verlässlichere Hinweise auf die Euro-Kursentwicklung im laufenden Jahr geben, erklärten Händler.

Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen notierte leicht unter sieben Prozent, die der spanischen lag bei 5,4 Prozent. Der Euro verlor auch zum Yen . Mit 99,65 Yen lag die Gemeinschaftswährung unter dem Vortagsschluss von knapp über 100 Yen.