Leser-Frage

Kann eine Riester-Rente auch vererbt werden?

Um erspartes Riester-Kapital an Hinterbliebene weiterzugeben, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Diese drei Möglichkeiten gibt es.

Frage: Fällt die Riester-Rente einer verstorbenen Person in deren allgemeinen Nachlass oder geht sie ausschließlich auf den Begünstigten über? Geht die staatlichen Förderung verloren?

Antwort: Setzt der Inhaber einer Riester-Police für den Fall seines Todes einen Begünstigten ein, führt dieses Bezugsrecht dazu, dass die Leistungen aus der Versicherung nicht in den Nachlass fallen. Diese Regelung gilt immer, wenn bei einer Lebensversicherung ein Bezugsrecht eingeräumt, und zu Lebzeiten nicht widerrufen wird.

Um Riester-Kapital jedoch inklusive der staatlichen Förderung vererben zu können, müssen einige Voraussetzungen eingehalten werden. So sieht das Gesetz für die förderunschädliche Verwendung von Riester-Kapital im Todesfall des Förderberechtigten drei Möglichkeiten vor: Der Versicherte schließt entweder eine Zusatzversicherung ab, die eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner vorsieht.

Oder er vereinbart als Leistung eine Waisenrente für kindergeldberechtigte Kinder. Alternativ kann das während der Ansparphase aufgebaute Vorsorgekapital, inklusive Zulagen und Steuervorteilen, auf einen eigenen Riester-Vertrag der hinterbliebenen Ehefrau beziehungsweise Ehegatten übertragen werden.

Wünscht der Riester-Sparer, das in seinem Todesfall zur Verfügung stehende Kapital in einem Betrag an seine Erbens ausgezahlt werden soll, hat das zur Folge, dass die gesamte staatliche Förderung zurückgezahlt werden muss.

Riester-Sparer sollten daher bei Vertragsabschluss entscheiden, ob sie Hinterbliebene absichern wollen oder nicht. Dabei spielen das Alter der Hinterbliebenen, die familiären Verhältnisse sowie die allgemeine Vermögenssituation eine Rolle. Sollten sich die Rahmenbedingungen während der Laufzeit ändern, können in der Regel entsprechende Änderungen am Vertrag vorgenommen werden.

Zur Klärung sonstiger erbrechtlicher Fragen, wie etwa der Höhe des Pflichtteils, sollte ein Rechtsberater hinzugezogen werden.

Simone Schuchert arbeitet für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).