US-Börsen

Wall Street am letzten Handelstag 2011 im Minus

Amerikas Börsen in Urlaubsstimmung: Handelsvolumen zwischen den Feiertagen halbiert. Dennoch beschließt der Dow das Jahr um 5,5 Prozent besser als 2010.

Die Wall Street hat am letzten Handelstag 2011 bei äußerst dünnen Umsätzen Verluste verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr bewegte sich der breit angelegte S&P-500 praktisch nicht. So hat es das seit 1970 nicht mehr gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete das von Euro-Krise und schwächelnder US-Konjunktur gezeichnete Jahr im Gegensatz zum Dax immerhin 5,5 Prozent besser als 2010, die Nasdaq dafür um knapp zwei Prozent schlechter.

Am Freitag gab der Dow knapp 0,6 Prozent auf 12.217 Punkte ab. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 1257 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 2605 Stellen ab. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 5898 Punkten.

Keine marktbewegenden Nachrichten

Händler sagten, da es zwischen den Jahren so gut wie keine marktbewegenden Nachrichten gegeben habe, hielten sich die Anleger zurück. Zahlreiche Marktteilnehmer waren zwischen Weihnachten und Neujahr im Urlaub, weshalb das Handelsvolumen gerade einmal etwa die Hälfte dessen erreichte, was im Schnitt üblich ist. Erst kommende Woche sei wieder mit mehr Aktivität zu rechnen, sagte Tom Donino von First New York Securities.

Auch dann dürften die Anleger weiter von einer ähnlichen Themenpalette umgetrieben werden, die bereits 2011 zu solch einem turbulenten Börsenjahr gemacht hatte. Neben Euro-Krise und der schwachen US-Konjunktur hatten unter anderem die Debatte um die amerikanische Schuldenkrise, Bedenken wegen der wirtschaftlichen Entwicklung in China, die Unruhen in der arabischen Welt sowie folgenschwere Naturkatastrophen wie das Erdbeben und der Tsunami in Japan für Aufregung gesorgt.

Anleger setzten auf Großunternehmen

Viele Anleger zogen es deshalb vor, auf die Papiere von Großkonzernen zu setzen, bei denen sie sich sicherer wähnten. Davon profitierte vor allem der Dow, wo McDonald’s mit einem Jahresplus von etwa 30 Prozent als bester Einzelwert abschnitt. Der S&P-500 verlor auf das Jahr gesehen 0,003 Prozent. Rein statistisch lässt das für 2012 hoffen, wie Jason Goepfert von SentimenTrader.com erläuterte: „Alles in allem, lief es gut in den Jahren nach solchen Jahren mit geringen Änderungen“. Der Dax hatte eines der schlechtesten Jahre seiner Geschichte mit einem Minus von rund 15 Prozent abgeschlossen.

Zu den auffälligeren Werten am Freitag zählten vorübergehend die Papiere von Ford, die 0,7 Prozent zulegten. Der US-Autobauer hatte erklärt, in diesem Jahr in den USA erstmals wieder seit 2007 mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkauft zu haben. 2010 waren es 1,9 Millionen gewesen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 1418 Werte legten zu, 1566 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,09 Milliarden Aktien 1191 im Plus, 1389 im Minus und 126 unverändert.