US-Börsen

Viele Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe drücken Dow

Die Anleger an den US-Börsen hatten auf eine schnelle Erholung der Konjunktur gehofft. Enttäuscht wurden sie von der hohen Anzahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Die US-Börsen haben am Donnerstag bei dünnen Umsätzen mit Kursgewinnen geschlossen. Für Erleichterung sorgte der leichte Rückgang der Zinsen bei einer weiteren italienischen Anleihe-Auktion. Auf die Stimmung der Börsianer drückte aber gleichzeitig eine überraschend hohe Anzahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe – eine Enttäuschung für Anleger, die auf eine schnelle Erholung der US-Konjunktur gesetzt hatten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 1,1 Prozent auf 12.287 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.152 und 12.293 Stellen. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 1263 Stellen, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,9 Prozent auf 2613 Zähler. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 5848 Punkten.

„Der einzige Einfluss auf den Handel ist noch immer Europa. Jeder hat Italien im Blick“, sagte Wayne Kaufmann von John Thomas Financial. Bei der mit großer Spannung erwarteten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe musste Italien die Anleger mit einem Zins von rund sieben Prozent locken.

Das ist zwar etwas weniger als im November, aber auf Dauer kann sich der klamme Staat so hohe Zinskosten nicht leisten, warnen Experten.

Euro fiel auf Jahrestiefststand

Der Euro fiel in Folge der Emission auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Im US-Handel erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung aber wieder. „Es ist zwar ermutigend, dass die Renditen etwas gesunken sind, aber es signalisiert auch nicht gerade eine große Entspannung der Krise“, resümierte David Katz von Weiser Capital Management.

Bei den Einzelwerten standen etwa die Titel des Düngemittel-Produzenten Mosaic im Fokus. Dieser erklärte, die Produktion von Phosphat wegen des Preisverfalls zu drosseln. Die Aktie des Unternehmens büßte daraufhin zunächst deutlich ein. Zum Handelsende notierte sie kaum verändert.

Die Aktien der Kaufhaus-Kette Sears reagierten mit einem Minus von 1,3 Prozent auf die Androhung der Rating-Agentur Standard & Poors, die Note für die Kreditwürdigkeit zu senken. Sears' Pläne zur Schließung von mindestens 100 Geschäften nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft trügen wenig dazu bei, die Geschäfte des Unternehmens wieder flottzumachen, erklärte Standard & Poors.

Amazon-Aktie schließt unverändert

Die Anteilsscheine von Amazon erholten sich von Kursverlusten von mehr als drei Prozent und schlossen kaum verändert. Händler begründeten die zeitweiligen Kursabschläge mit einem ungünstigen Kommentar von Goldman Sachs. Die Bank hält es für möglich, dass das Umsatzwachstum des Online-Händlers in diesem Quartal die Erwartungen an der Wall Street verfehlt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 530 Millionen Aktien den Besitzer. 2367 Werte legten zu, 631 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,04 Milliarden Aktien 1883 im Plus, 719 im Minus und 95 unverändert.