Schuldenkrise

Euro sinkt auf tiefsten Stand seit September 2010

Der Kurs des Euro setzt seine Talfahrt fort. Händler machen Währungssicherungsgeschäfte dafür verantwortlich, die noch in diesem Jahr getätigt werden müssen.

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Der Euro-Kurs ist am Mittag auf den niedrigsten Stand seit September 2010 gefallen (1,2679 Dollar am 6.9.2010). Im Handelsverlauf sank die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,2862 US-Dollar. Zuvor hatte der Euro noch zeitweise 1,2940 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,3074 (Dienstag: 1,3069) Dollar festgesetzt.

Händler machten die anhaltende Schuldenkrise in der Euro-Zone für die Kursverluste verantwortlich. In dem derzeit sehr dünnen Handel würden die Kursbewegungen besonders deutlich ausfallen.

Nur wenig Erleichterung brachten erfolgreiche Auktionen neuer italienischer Anleihen. Mit vier überwiegend länger laufenden Staatstiteln nahm das hoch verschuldete Euro-Land rund sieben Milliarden Euro auf. Jedoch wurde das Maximalziel von 8,5 Milliarden Euro verfehlt. Die Renditen gingen zwar teils merklich zurück, aber nicht so stark wie bei einer Auktion von Geldmarktpapieren am Vortag.

Die Talfahrt des Euro hatte schon am späten Mittwochnachmittag begonnen. Experten erklärten die starken Kursverluste unter anderem mit Sicherungsgeschäften gegen einen fallenden Euro. Für diese sogenannten Hedgegeschäfte habe es für US-Unternehmen gestern die letzte Möglichkeit in diesem Jahr gegeben und viele Firmen hätten davon vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise regen Gebrauch gemacht, hieß es weiter. Dies habe den Kurs des Euro unter Verkaufsdruck gesetzt. Zudem sprachen Händler von insgesamt geringen Umsätzen an den Devisenmärkten. Daher hätten die Sicherungsgeschäfte amerikanischer Firmen eine ungewöhnlich starke Wirkung beim Euro-Kurs gezeigt.

Euro zum Yen auf tiefstem Stand seit 2001

Zum Yen sackte der Euro sogar auf ein Zehn-Jahres-Tief. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 100,37 Yen. Börsianern zufolge verstärkten Verkäufe zur Verlustbegrenzung und die feiertagsbedingt dünnen Umsätze den Abschwung. Weitere Rückschläge seien angesichts der immer noch ungelösten Schuldenkrise nicht ausgeschlossen. „Niemand kann am Horizont irgendetwas erkennen, dass ansatzweise positiv für den Euro sein könnte“, sagte Devisenstratege Rob Ryan von der BNP Paribas.