Börsen-Bericht

Konjunkturoptimismus steckt Aktienanleger an

Ifo- und GfK-Index fallen besser aus als erwartet – Dax gewinnt über drei Prozent – Frankreich wird wohl Tripple-A verlieren

Der unverhoffte Optimismus unter deutschen Managern und Verbrauchern hat sich auf die Anleger an den Aktienmärkten übertragen. Das Ifo-Konjunkturbarometer stieg im Dezember den zweiten Monat in Folge, während sich der GfK-Konsumklima-Index für Januar trotz der Euro-Schuldenkrise robust präsentierte.

„Die Zahlen stimmen zuversichtlich, dass die deutsche Konjunktur nicht wegbricht“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. „Das erste und zweite Quartal 2012 werden zwar sicher schwach, aber wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf wieder Fahrt aufnimmt.“ Daneben sorgte die gescheiterte Übernahme der Telekom -Tochter T-Mobile USA durch den Telefongiganten AT&T für Gesprächsstoff und drückte die T-Aktie zeitweise auf den tiefsten Stand seit vier Wochen.

Große Nachfrage nach spanischen Anleihen

Der Dax schloss 3,1 Prozent höher bei 5847,03 Punkten. Der EuroStoxx50E legte um 2,7 Prozent auf 2262 Punkte zu. Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls Gewinne von weit über zwei Prozent. Für Erleichterung sorgte auf beiden Seiten des Atlantiks auch die Auktion spanischer Anleihen, die bei Investoren auf große Nachfrage stießen.

Das Kursplus an den Aktienmärkten dürfe allerdings nicht überbewertet werden, warnten Händler. „Die Umsätze sind gering, deshalb können wenige Spieler am Markt schon viel bewegen“, sagte einer von ihnen. „Viele große Investoren haben ihre Bücher dagegen schon geschlossen.“

Der deutsche Leitindex zog in Reaktion auf den Ifo-Index merklich an. Von den GfK-Zahlen konnte unter anderem die Metro-Aktie profitieren, die um 3,9 Prozent zulegte. „Es sieht zudem charttechnisch so aus, als hätten die Metro-Aktien ihren Tiefpunkt erreicht“, sagte ein Händler.

Auf Erholungskurs gingen vor allem Finanztitel. Der europäische Branchenindex legte 3,2 Prozent zu. Die Titel der Deutschen Bank gehörten mit einem Aufschlag von 5,5 Prozent zu den Spitzenreitern im Dax, die Commerzbank -Aktie stieg um 4,5 Prozent.

Deutlich zulegen konnte auch die Daimler-Aktie , die 5,9 Prozent gewann. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass Daimler in China nach Interessenten für eine Beteiligung in Höhe von fünf bis zehn Prozent an dem Stuttgarter Konzern Ausschau halte. Daimler wollte sich dazu nicht äußern. „Die Aktie profitiert von der Hoffnung, dass die Suche auch erfolgreich ist“, sagte ein Händler.

Börsenaufsicht glaubt nicht an Bestand von Frankreichs „AAA“

Frankreich wird nach Einschätzung der Börsenaufsicht aller Voraussicht nach seine Spitzen-Bonitätsnote verlieren. „Nur ein Wunder kann es noch retten, aber ich will daran glauben, dass es passieren kann“, sagte der Chef der Behörde AMF, Jean-Pierre Jouyet, am Dienstag in Paris. Er halte es für bedauerlich, dass sein Land mit einer gewissen Schicksalsergebenheit und Resignation den Verlust der Bestnote akzeptiere. Gleichzeitig warnte Jouyet vor den weitreichenden wirtschaftlichen Folgen einer Herabstufung.

Präsident Nicolas Sarkozy hatte monatelang beteuert, das Rating mit allen Mitteln zu verteidigen. Zuletzt hat er jedoch seine Wortwahl geändert und betont, dass ein Verlust der Note verkraftbar wäre.