Börsen-Bericht

Starkes ifo-Geschäftsklima hilft Dax ins Plus

Die Börsianer zeigen sich überrascht von der guten Stimmung in deutschen Unternehmen. Der ifo-Geschäftsklimaindex rettet den Dax ins Plus.

Unerwartet gute Geschäftsaussichten der deutschen Wirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Nach einem etwas schwächeren Start legte der Dax um 0,90 Prozent zu auf 5722 Punkte zu. Der MDax kletterte um 0,80 Prozent auf 8559 Punkte, der TecDax gewann 0,39Prozent auf 663 Punkte. Zum Handelsstart hatte noch die erneute Weigerung von EZB-Präsident Mario Draghi, den Ankauf von Staatsanleihen auszudehnen, den Markt belastet.

Die positive Trendwende wurde von der Meldung eingeleitet, dass der ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember überraschend gestiegen ist. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang gerechnet.

Markus Huber, Händler bei ETX Capital hob hervor, dass es sich um den zweiten ifo-Anstieg in Folge handelt. Interessant sei vor allem, „dass sich nicht nur die gegenwärtige Lage besser als erwartet hält, sondern dass auch die Zukunftserwartungen weniger düster als erwartet ausgefallen sind.“ Nach Aussage von HSBC-Analyst Thomas Amend signalisieren die aktuellen ifo-Daten, dass keine ausufernde Rezession in Deutschland zu befürchten sei.

Die ifo-Zahlen stützten auch die Autobranche. Entsprechend positiv reagierten die Aktien der Oberklasse-Autobauer BMW und Daimler. BMW stiegen als bester Dax-Wert um 3,16 Prozent und Daimler gewannen 2,58 Prozent. Den Daimler-Aktien kam zudem ein Bericht im „Manager Magazin“ zugute, wonach sich der Stuttgarter Autobauer um einen Großaktionär aus China bemühe.

Verbraucher sind optimistisch

Die Menschen schätzten im Dezember die wirtschaftliche Entwicklung erstmals seit Monaten wieder optimistischer ein und rechneten auch mit höheren Einkommen, wie aus der Konsumklima-Studie des Nürnberger Marktforschers GfK hervorgeht. Offenbar hielten sich die Aktienhändler vor der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember später zurück.

So notierte der DAX in Frankfurt mit 5.670 Punkten praktisch unverändert. Auch die Nebenwerte bewegten sich nur wenig. So verzeichnete der MDAX ein Plus von 0,1 Prozent auf 8.500 Zähler, der TecDAX legte ebenfalls 0,1 Prozent zu auf 661 Punkte.

Aus den USA waren zuvor lediglich negative Vorgaben gekommen. So hatte der Dow-Jones-Index an der New Yorker Wall Street mit einem Verlust von 0,8 Prozent bei 11.766 Punkten geschlossen. Der technologieorientierte Nasdaq hatte sogar 1,3 Prozent auf 2.523 Zähler verloren.

Auch der Euro verharrte Nahe seinem Kurs vom Vorabend. Hatten die Devisenhändler gegen Handelsschluss noch 1,3020 Dollar gezahlt, kostete die Gemeinschaftswährung am Dienstagmorgen 1,3013 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs bei 1,3039 Dollar festgelegt. Größter DAX-Gewinner des Morgens waren Anteile des Autokonzerns BMW, die sich um ein Prozent auf 50,57 Euro verteuerten. Daneben legten Daimler um 0,4 Prozent auf 31,49 Euro und Volkswagen um 0,3 Prozent auf 115,60 Euro zu.

Die Verliererseite war geprägt von Werten, die am frühen Morgen für schlechte Nachrichten gesorgt hatten. So büßte die Telekom-Aktie nach dem endgültigen Aus für den Verkauf der US-Mobilfunktochter an den lokalen Konkurrenten AT&T 1,5 Prozent ein auf 50,42 Euro. Fresenius Medical Care verbilligten sich um 1,2 Prozent auf 50,48 Euro, nachdem der Dialyse-Spezialist bekannt gegeben hatte, aufgrund von Wechselkursschwankungen die eigenen Umsatzprognosen in diesem Jahr nicht erfüllen zu können.

Euro schwankt um 1,30-Dollar-Marke

Der Euro hat im frühen Handel um die Marke von 1,30 US-Dollar geschwankt. Im weiteren Handelsverlauf dürfte vor allem der deutsche ifo-Index im Fokus stehen. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,3014 Dollar gehandelt und lag damit geringfügig über dem Niveau vom Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagmittag auf 1,3039 Dollar festgesetzt.

Die Augen der Investoren am Devisenmarkt richten sich vor allem auf das ifo-Geschäftsklima. Experten erwarten, dass der wichtigste Indikator für die Konjunkturerwartungen der deutschen Wirtschaft im Dezember nachgibt und einen nahenden Abschwung signalisiert. Die überraschende Stimmungsaufhellung im November würde damit ein „Ausreißer“ bleiben. Neben konjunkturellen Sorgen bleibt die europäische Schuldenkrise beherrschendes Thema am Markt.