US-Börsen

EZB-Warnung drückt Wall Street ins Minus

Der New Yorker Aktienmarkt hat mit Kursverlusten geschlossen: Vor allem Bankentitel kamen unter die Räder. Gewinne bei Verbrauchertitel begrenzten jedoch dieVerluste.

Nach den Verlusten der Vorwoche haben die US-Börsen ihre Talfahrt am Montag fortgesetzt. Die Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor erheblichen Risiken für die Finanzbranche der Euro-Zone habe für Verkäufe gesorgt, sagten Händler.

Zudem kamen nach dem Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il auch an der Wall Street Sorgen vor einer Destabilisierung der Region auf. Gewinne bei Verbraucher- und Gesundheitstitel begrenzten allerdings die Verluste.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,4 Prozent auf 11.819 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,7 Prozent auf 1211 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte 0,6 Prozent im Minus bei 2540 Punkten. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag Minus von 0,5 Prozent bei 5670 Punkten aus dem Handel.

EZB-Präsident Mario Draghi sagte vor dem Europaparlament, die Banken dürften vor allem im ersten Quartal 2012 Schwierigkeiten bei der Refinanzierung haben. „Obwohl er nicht danach gefragt wurde, hat Draghi diesen Punkt hervorgehoben“, sagte Ken Polcari von ICAP Equities in New York.

„Das ist eine schlechte Nachricht und der Markt reagiert auf die schlechte Nachricht.“ In dem halbjährlichen EZB-Finanzstabilitätsreport hieß es zudem, die Stabilität des Finanzsystems der europäischen Währungsunion sei in Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs von Großbanken sei zuletzt gestiegen.

Darüber hinaus sorgte ein „Wall Street Journal“-Bericht für Unsicherheit, wonach die US-Notenbank die US-Geldhäuser zu einer höheren Eigenkapital-Quote drängen will als per Gesetz vorgesehen.

Auf breiter Front gaben Finanztitel nach: Citigroup verloren 4,3 Prozent, Morgan Stanley 4,8 Prozent. Auch die Aktien der Bank Wells Fargo konnten sich nicht gegen den Markttrend behaupten und rutschten zwei Prozent ab.

Das Institut kaufte die Tochter Burdale der Bank of Ireland für etwa 690 Millionen Euro. Burdale ist auf den Verkauf von Darlehen spezialisiert, die mit Vermögenswerten abgesichert werden.