Tod von Kim Jong-il

Angst vor Krise – Asiens Aktienmärkte brechen ein

Die Anleger an den Börsen weltweit befürchten eine politische Krise in Nordkorea. Der Dax startete im Minus, die Märkte in Asien gingen auf Talfahrt.

Die Furcht vor einer politischen Krise in Nordkorea hat die Anleger vom deutschen Aktienmarkt ferngehalten. Der Leitindex verlor in den ersten Minuten 0,5 Prozent auf 5675 Zähler. Nach dem Tod von Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il machte sich Unsicherheit über die politische Stabilität der Region breit.

Dessen Sohn Jong Un soll seine Nachfolge antreten. „Die Frage ist nun, welche politische Konsequenzen dieser Führungswechsel mit sich bringen wird“, sagte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler. Für schlechte Stimmung im Dax sorgte zudem, dass die Ratingagentur Fitch am Freitag mehreren Euro-Staaten mit einer Senkung ihrer Bonitätsnote gedroht hat, darunter Frankreich, Italien und Spanien.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien der Allianz, die um 0,9 Prozent nachgaben. Im SDax setzten sich Air Berlin mit einem Plus von zehn Prozent an die Spitze. Die arabische Fluggesellschaft Etihad steigt in großem Stil bei Deutschlands zweitgrößter Airline ein.

Asien-Börsen stark im Minus

Der Tod Kim Jong-ils hatte zuvor die asiatischen Aktienmärkte belastet. Analysten zeigten sich besorgt, dass es in dem kommunistisch geführten Land zu einem Machtvakuum kommen könnte, was wiederum zu mehr Instabilität in der Region führen dürfte. Der südkoreanische Aktienindex Kospi verlor mehr als drei Prozent. Auch in Tokio dominierten die Verluste.

Zusätzlich bereitete die Euro-Schuldenkrise den Investoren Sorgen. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Minus von rund 1,3 Prozent bei 8296 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab rund ein Prozent auf 716 Punkte nach. In Seoul ging der Kospi-Index mit einem Minus von 3,4 Prozent aus dem Handel. Abschläge verzeichneten auch die Börsen in Singapur, Hongkong, Shanghai und Taiwan.

„Die Angst, dass der Tod von Kim Jong-il eine Provokation von Nordkorea nach sich ziehen könnte, treibt die Anleger um und führt zu Verkäufen“, sagte Chefanalyst Hiroyuki Fukunaga von Investrust in Tokio. Nordkoreas amtliche Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor gemeldet, dass Staatschef Kim Jong Il am Samstag während einer Zugfahrt einen Herzinfarkt erlitten habe. Als Reaktion auf die Meldung versetzte Südkorea der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft.