Stichprobe

Neun von zehn Räucherlachsen mit Keimen belastet

Viele Räucherlachs-Sorten weisen laut NDR-Stichprobe eine zu hohe Keimbelastung auf. Grenzwerte werden um das 300-fache überschritten.

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Räucherlachs aus dem Supermarktregal oder vom Discounter ist häufig stark mit Keimen belastet . Das hätten Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ ergeben, teilte der Sender mit.

Mikrobiologen haben demnach den Verdacht, dass viele Räucherlachs-Angebote aus dem Supermarktregal nicht verkehrsfähig sind. Aus Sicht von Experten dürften sie also eigentlich nicht mehr verkauft werden. Sachverständige aus Schleswig-Holstein hätten stichprobenartig zehn Sorten untersucht, berichtete der NDR.

Die Experten vom KIN Lebensmittelinstitut aus Neumünster nahmen jeweils die günstigsten Angebote aus dem Sortiment von Aldi, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Rewe und Sky unter die Lupe. Dazu kamen drei Wildlachs-Angebote von Sky, Lidl und Penny, um zu prüfen, ob die teurere "Premium-Qualität“ besser abschneidet.

Schon bei der sensorischen Prüfung fielen einige Proben durch. Gründe: Unangenehmer Geruch, traniger Geschmack, unappetitliche, rote Blutgerinnsel im Lachsfleisch. Besonders gravierend waren jedoch die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung: Der Richtwert für die Keimbelastung, aufgestellt von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, liegt bei einer Gesamtkeimzahl von einer Million pro Gramm. Neun von zehn Proben lagen über diesem Wert. Drei Proben, die der Räucherlachse von Netto, Edeka und Penny, überschritten den Richtwert sogar um das 300-fache. Nur der Wildlachs von Penny war bei der Keimbelastung ohne Beanstandung.

Edeka schrieb auf NDR-Anfrage, man lasse das Erzeugnis regelmäßig überprüfen. Netto teilte mit: „Wir beziehen den Lachs bei einem namhaften Hersteller, der die hohen Qualitätsstandards der Eigenmarkenzertifizierung nach dem IFS-Food erfüllt."

Penny ist der Auffassung, aus den übermittelten Unterlagen gehe nicht hervor, „dass der Prüfbericht mit dem angefragten Produkt übereinstimmt“. Eine überhöhte Keimbelastung bei leicht verderblichen Lebensmitteln kann nach Aussagen von Medizinern zu Erbrechen und Übelkeit führen, typischen Merkmalen einer Lebensmittelvergiftung. Der NDR zeigt den Bericht in der Sendung „Markt“ am Montag (19. Dezember) um 20.15 Uhr.