Börsen-Bericht

Konjunktur- und Schuldensorgen belasten Aktien

Seit seinem Hoch Anfang vergangener Woche hat der Dax sieben Prozent verloren. Autowerte geben nach, Commerzbank gewinnt.

Belastet von anhaltenden Sorgen um die Konjunktur und die Schuldenkrise in Europa hat der deutsche Aktienmarkt auch am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Der Dax fiel am Ende um 1,72 Prozent auf 5675,14 Punkte.

Seit seinem Hoch Anfang vergangener Woche hat der Leitindex damit bereits mehr als sieben Prozent an Wert verloren. Der MDax mittelgroßer Werte ermäßigte sich um 2,19 Prozent auf 8398,64 Zähler und der TecDax um 1,66 Prozent auf 661,18 Punkte.

Neben der Absage der US-Notenbank Fed an zusätzliche Konjunkturhilfen vom Vorabend nannten Marktteilnehmer auch die gesenkte Konjunkturprognose des Ifo-Instituts für 2012 als Grund. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank verwies zudem auf die anhaltende Unsicherheit wegen der Schuldenkrise: „Die politische Euro-Krise klebt an den Börsen wie Kaugummi am Schuh und lässt sich nicht abstreifen“, sagte er.

Ein anderer Händler führte auch die weiterhin drohende Bonitätsabstufung zahlreicher Euro-Staaten durch das Rating-Trio aus den USA als Begründung ins Feld.

Größte Verlierer im Dax waren die Aktien der Autobauer. BMW-Papiere büßten 5,10 Prozent auf 50,25 Euro ein, VW-Vorzugsaktien verloren 4,53 Prozent auf 114,95 Euro. Der europäische Branchenindex Stoxx 600 Autos & Parts stellte mit minus 4,05 Prozent den schwächsten Sektor. Einen Auslöser für die Abgaben sahen Börsianer vor allem in der Meldung, dass China Importzölle auf einige US-Modelle erheben wolle. Zudem warnte der französische Autobauer Peugeot vor einem Verlust.

Commerzbank gewinnt

Spitzenwert waren Aktien der Commerzbank, die nach anfänglichen Verlusten um 5,23 Prozent fester schlossen. Zeitweise waren sie zuvor sogar um mehr als 7 Prozent geklettert. Einige Händler begründeten dies mit vagen Marktgerüchten, dass die angeschlagene Immobilienfinanzierungs-Tochter Eurohypo in eine staatliche Bad Bank ausgelagert werden könnte. Am Nachmittag stützte die Nachricht, dass die Commerzbank zur Stärkung der Kapitalstruktur eigene Anleihen im Volumen von 1,27 Milliarden Euro zurückgekauft hat.

Im MDax konnten sich die Aktien von TUI mit einem kräftigen Aufschlag von 4,42 Prozent gegen das Marktumfeld stemmen. Europas größter Reisekonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Nordafrika-Krise und Problemen in der Containerschifffahrt überraschend schwarze Zahlen geschrieben.

Der EuroStoxx 50 fiel um 2,44 Prozent auf 2205,91 Punkte. In Paris sackte der CAC 40 um 3,33 Prozent ab und der Londoner FTSE sank um 2,25 Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,99 Prozent tiefer.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,62 (Dienstag: 1,65) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf bei 130,598 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,97 Prozent auf 137,93 Punkte. Der Eurokurs sank erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2993 (Dienstag: 1,3181) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7696 (0,7587) Euro.