Börsen-Bericht

Kritk an EU-Beschlüssen drückt Dax ins Minus

Die Ratingagentur Moody's zeigt sich unzufrieden mit den Beschlüssen in Brüssel. Der Leitindex startet im Minus

Kritik an den Beschlüssen des EU-Schuldengipfels haben dem Dax zu schaffen gemacht. Der deutsche Leitindex verlor nach seinem knapp zweiprozentigen Freitagsplus 0,9 Prozent auf 5933 Punkte.

„Auf der Suche nach langfristigen Lösungen haben die Politiker die kurzfristigen Probleme aus den Augen verloren“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Spar- und Stabilitätsvereinbarungen könnten die akuten Probleme von Ländern wie Italien oder Spanien nicht lösen.

Die Analysten der Standard Chartered Bank bemängelten vor allem die Finanzausstattung des EU-Rettungsschirms. „Kurzfristig reicht die Feuerkraft nicht aus, um große Euro-Staaten zu stützen“, schrieben sie in einem Kommentar. „Wir gehen davon aus, dass die EZB diese Rolle über kurz oder lang übernehmen muss.“

Gegen den Trend legten Deutsche Post 0,6 Prozent auf 10,91 Euro zu. Finanzvorstand Larry Rosen hatte in einem Zeitungsinterview eine Sonderdividende ins Gespräch gebracht.

Gefragt waren auch Rheinmetall, deren Aktien sich um 2,9 Prozent auf 35,28 Euro verteuerten. Der Rüstungskonzern und Autozulieferer zog einem Medienbericht zufolge einen milliardenschweren Auftrag der australischen Armee an Land.

Asiatische Börsen reagieren dagegen positiv

Die asiatischen Aktienmärkte haben die Beschlüsse des EU-Gipfels von Ende vergangener Woche positiv aufgenommen. Viele Investoren nahmen die Ergebnisse zum Anlass für Aktienkäufe, wenngleich die Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise nicht gänzlich gebannt schien.

Der Euro sank deswegen auf Kurse von unter 1,3340 Dollar nach 1,3380 Dollar im späten US-Geschäft am Freitag. „In Europa wurde etwas Fortschritt erreicht, etwa die Übereinkunft zur Finanzierung, das vertreibt die schlechte Stimmung und lässt wieder mehr Risikofreude aufkommen“, sagte Masafumi Yamamoto von Barclays in Tokio.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent fester bei 8653 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann bis Handelsschluss 1,1 Prozent auf 746 Punkte. Am Freitag haben – mit Ausnahme von Großbritannien – alle verbleibenden 26 EU-Länder beschlossen, in Zukunft striktere Regeln zum Schuldenabbau anzuwenden und sich wirtschaftspolitisch enger zu koordinieren.

„Derzeit bewertet der Markt dies als einen Schritt nach vorn, als Verbesserung in der Schuldenproblematik Europas. Zudem gibt es positive Neuigkeiten aus den USA, die darauf deuten, dass sich die US-Wirtschaft erholt“, fasste Analyst Hiroichi Nishi von SMBC die Nachrichten zusammen. In den USA ist das Verbrauchervertrauen zuletzt auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen.

Auch an den Aktienmärkten in Südkorea, Taipeh und Singapur legten die Kurse überwiegend zu. In Hongkong verzeichnete der Markt ebenfalls Aufschläge, allerdings sanken in Shanghai die Kurse um 0,6 Prozent.

In Tokio stachen bei den Einzelwerten die Aktien von Toyota hervor. Das Papier büßte bis Handelsschluss seine Gewinne wieder ein und beendete den Handel 0,7 Prozent schwächer. Der Autohersteller hatte am Freitag seine Gewinnerwartungen wegen der Thailand-Flut zurückgeschraubt.

Die Olympus -Aktie legte indes um fast acht Prozent zu. Der frühere Chef Michael Woodford will am Dienstag nach Japan zurückkehren, um Beratungen über ein neues Vorstandsteam für den skandalumwitterten Kamerahersteller zu führen. Zudem kündigte das Unternehmen an, bis Mittwoch seine Bilanz für den Zeitraum Juli bis September vorzulegen. Das von einem schweren Bilanzskandal erschütterte Unternehmen muss seine Zahlen bis dahin präsentieren, um einen Verlust seiner Börsennotiz zu vermeiden.