Börsen-Bericht

Nach EU-Gipfel rettet sich der Dax ins Plus

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Trotz widersprüchlicher EU-Beschlüsse hebt sich die Kauflaune der Anleger. Der Dax erreicht den höchsten Stand seit Ende Oktober.

Nach einer turbulenten Berg- und Talfahrt während des EU-Gipfels hat der deutsche Aktienmarkt im Plus geschlossen. Anfang der Woche hatte die Hoffnung auf Fortschritte in der Schuldenkrise den Dax noch auf den höchsten Stand seit Ende Oktober steigen lassen. In der Wochenmitte ging er dann bereits unter der Marke von 6000 Punkten aus dem Handel. Der MDax legte zum Wochenende 1,15 Prozent auf 8768,18 Punkte zu, der TecDax gewann 0,62 Prozent auf 679,46 Punkte.

Offenbar stellt der EU-Gipfel jedoch aus Sicht der meisten Börsianer nicht den erhofften Befreiungsschlag dar: „Man könnte sagen: 'Merkel rockt den Dax' – allerdings hat das Kursplus am Aktienmarkt wohl eher etwas mit den positiven Vorgaben der US-Börsen zu tun“, sagte Analyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke.

Die Gipfel-Beschlüsse seien eher widersprüchlich und der DAX-Anstieg habe weniger mit diesen Nachrichten zu tun. „Der Dax orientiert sich an den positiven Vorgaben aus Amerika“. Analyst Markus Reinwand von der Helaba sagte: „Aktien bleiben vorerst in unruhigem Fahrwasser.“

Deutsche-Bank-Aktien klettern an die Spitze

Aktien der Deutschen Bank kletterten nach anfänglichen Verlusten mit plus 4,73 Prozent auf 29,58 Euro an die Dax-Spitze. Die Börsianer waren erleichtert, dass es beim Bankenstresstest keine neuen Hiobsbotschaften gegeben hatte. Der Belastungstest für die Branche sei wie erwartet ausgefallen, hieß es. Commerzbank-Titel gingen mit plus 3,67 Prozent auf 1,33 Euro aus dem Handel.

Auch Versicherer zählten europaweit zu den Gewinnern, was Händler mit leichter Entspannung an den Rentenmärkten der Eurozone begründeten. Der Branchenindex des Stoxx Europe 600 Insurance legte mit plus 2,35 Prozent besonders deutlich zu. Die Aktien der Allianz gewannen 3,24 Prozent auf 79,39 Euro, Munich Re stiegen um 2,15 Prozent auf 95,00 Euro.

Ans Dax-Ende rutschten hingegen die Titel von K+S mit einem Minus von 2,70 Prozent bei 35,07 Euro. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel in Erwartung niedrigerer Kali-Volumina und geringerer Gewinne aus dem Salzgeschäft reduziert. Bayer-Papiere legten hingegen um 1,95 Prozent auf 47,37 Euro zu. Experten der US-Gesundheitsbehörde FDA hatten die Anwendungsbestimmungen für Bayer-Antibaby-Pillen in den USA nicht entscheidend verschärft.

Europas Börsen profitieren

Auch an den übrigen Börsen legten die Indizes zu. Der Eurostoxx 50 stieg um 2,38 Prozent auf 2342,59 Punkte, Paris und London verzeichneten ebenfalls Kursgewinne. In New York lag der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss knapp anderthalb Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,68 (Vortag: 1,71) Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 130,26 Punkten. Der Bund Future fiel um 1,04 Prozent auf 135,40 Punkte. Der Eurokurs fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3384 (1,3410) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7472 (0,7457) Euro.