Wall Street

Dow Jones nach verhaltenem Start mit leichtem Plus

Der US-Aktienmarkt hat sich von den Sorgen um die Eurozone nicht wesentlich beeinträchtigen lassen. Wall Street schließt uneinheitlich.

. Nach verhaltenem Start schlossen die wichtigsten Aktienindizes im weitgehend ereignisarmen Handel in der Gewinnzone.

Zu Wochenbeginn hatte die Ankündigung von Standard & Poor's (S&P) die Kurse belastet, 15 Eurostaaten auf eine Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit zu prüfen. Am Dienstag konnte die Nachricht, dass auch die Anleihen des Krisenfonds EFSF einer Prüfung unterzogen würden, die Märkte nicht nachhaltig beeinflussen. Weiter stützte die Hoffnung auf ein stärkeres Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrer Zinsentscheidung am Donnerstag die Märkte. Es werde damit gerechnet, dass die EZB die Zinsen weiter senke, hieß es.

„Die Warnung von S&P könnte die EU dazu animieren, härter an einem Ausweg aus der Schuldenkrise zu arbeiten“, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management. Es sei nun wahrscheinlicher geworden, dass auf Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die nötigen Reformen am EU-Vertrag auch tatsächlich angegangen würden. So sprach sich auch die neue spanische Regierung für eine EU-Vertragsänderung aus.

Lediglich der Dow-Jones-Index konnte sich dank guter Perspektiven von General Electric um 0,4 Prozent höher auf 12.150 Zähler verbessern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,1 Prozent auf 1258 Zähler zu. Der technologielastige Nasdaq fiel um 0,2 Prozent auf 2649 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax ebenfalls im Minus: Er verlor 1,27 Prozent 6029 Punkte.

S&P hatte gedroht, die Bonität Deutschlands, Frankreichs sowie praktisch alle Länder der Euro-Zone herabzusetzen. Das dürfte die Europäer zu einer umfassenden Lösung zwingen, gab sich auch Peter Jankovskis von OakBrook Investment in Lisle, Illinois zuversichtlich. Bislang sei von der Euro-Zone wenig Substanzielles zur Beilegung der Krise gekommen. Andere Experten erklärten, die Märkte hätten eine Herabstufung bereits eingepreist.

Viele Investoren hatten Europa bereits am Montag im Kampf gegen die Schuldenmisere auf der Zielgeraden gesehen. Die sich bereits abzeichnende, drohende Herabstufung dämpfte die Hoffnung nur kurzfristig. Ermutigende Signale kamen für die Anleger auch von den fallenden Renditen zehnjähriger Anleihen Italiens. Sie gaben auf unter sechs Prozent nach, den niedrigsten Stand seit Oktober. „Das schenkt Italien im Kampf ums Überleben und Umsetzen von Reformen Zeit“, sagte Meckler.

Die europäische Schuldenkrise drängte die wenigen Unternehmensnachrichten in den Hintergrund. GE stach heraus. Die Papiere legten um 2,3 Prozent zu, nachdem der Konzern dank guter Prognosen und einer möglichen Dividendenerhöhung auf „Outperform“ hochgestuft wurde.

Die EU-Kommission fordert einem Medienbericht zufolge weitere Zugeständnisse für eine Zustimmung zur milliardenschweren Fusion von Deutscher Börse und Nyse. Die Aktien der Nyse reagierten dennoch mit leichten Aufschlägen von 0,3 Prozent.

Die Papiere von 3M Corp legten aufgrund eines positiven Ausblicks für 2012 um 1,8 Prozent zu.