Zertifikate

So könnten Anleger an Contis Dax-Aufstieg verdienen

Die Aktie des Automobilzulieferers Continental könnte bald in den Leitindex Dax aufsteigen. Für Anleger sind im Vorfeld Kursgewinne drin.

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Wer steigt auf und wer steigt ab? Anders als beim Fußball wird diese Frage an den Aktienmärkten mehrmals im Jahr beantwortet. Die für die Indexzugehörigkeit entscheidenden Kriterien sind vor allem die Marktkapitalisierung und die Börsenumsätze der einzelnen Aktien. In welchem Index ein Unternehmen gelistet wird, hat zum Teil erhebliche Auswirkungen.

Zum einen werden die etablierten Börsenbarometer wie der Dax oder der Euro-Stoxx-50 von zahlreichen institutionellen Anlegern nachgebildet, was für die Aktien entsprechende Nachfrage bedeutet.

Zum anderen fokussieren sich viele Analysten aus Kostengründen immer stärker auf die Aktien der großen Indizes, während die kleineren Werte mehr und mehr vernachlässigt und dadurch auch von Investoren seltener als Anlagemöglichkeit wahrgenommen werden.

Die alle drei Monate von der Deutschen Börse veröffentlichten Index-Veränderungen sind für Anleger und Unternehmen deshalb von großer Bedeutung. Da die Auf- und Abstiegsregeln jedoch klar definiert sind und die entscheidenden Daten zeitnah zur Verfügung stehen, reagieren viele Investoren schon lange vorher auf etwaige Anpassungen.

Oftmals ist es dabei so, dass potenzielle Aufstiegskandidaten beflügelt durch die Hoffnung auf eine Indexaufnahme bereits im Vorfeld kräftig zulegen können. Dadurch steigen Börsenwert und Umsätze, was die Erfolgschancen weiter erhöht. So kann es sich lohnen, frühzeitig nach möglichen Kandidaten Ausschau zu halten.

Beim Dax wird derzeit vor allem der Autozulieferer Continental heiß gehandelt. Beim aktuellen „außerordentlichen“ Anpassungstermin hat es aufgrund der hier angewandten strengen Regeln zwar nicht gereicht. Im September des kommenden Jahres, wenn es wieder zu einer „ordentlichen“ Anpassung kommt, könnte sich das durch die dann „weicheren“ Regeln aber ändern.

Ein Unternehmen wird dann neu in den Dax aufgenommen, wenn es nach den beiden genannten Kriterien mindestens zu den 30 größten Werten zählt, solange gleichzeitig ein Dax-Wert bei mindestens einem Kriterium nicht mehr unter den Top-35 geführt wird.

Nach einer Analyse der LBBW wäre es in dem Fall für die im Dax gelistete Aktie von Beiersdorf schon relativ eng geworden, während Continental gleichzeitig die Aufnahmebedingungen erfüllt und damit parat gestanden hätte, um den Platz einzunehmen.

Überproportionaler Profit mit Knock-out-Produkten

Anlegern, die vor diesem Hintergrund schon jetzt auf ein mögliches Dax-Comeback von Continental spekulieren wollen, bieten sich neben dem klassischen Erwerb der Aktie noch diverse andere Möglichkeiten. Sehr risikofreudige Investoren können zum Beispiel mit klassischen Knock-out-Produkten (etwa WKN: CT03E4 von der Citi mit einem Hebel von rund vier) überproportional von etwaigen Kurssteigerungen profitieren.

Allerdings führt der Hebeleffekt bei fallenden Notierungen auch zu erheblichen Verlusten. Bei einem Fall der Aktie auf/unter die Knock-out-Marke kommt es zudem zum vorzeitigen Verfall der Papiere. Das Gleiche gilt für die Variante der Alpha Long Turbos, bei denen Anleger unabhängig von der normalen Kursentwicklung rein auf die Outperformance von Continental zum Dax setzen.

Gehebelt wird hier immer die Performance-Differenz zwischen Aktie und Index (zum Beispiel WKN: DZ2QM4 mit einem gut fünffachen Hebel, läuft allerdings nur noch bis Juni 2012).

Für etwas weniger spekulativ angehauchte Anleger bieten Sprintzertifikate eine gut zweifache Hebelwirkung, die aber wirklich nur für den Fall steigender Aktienkurse gilt. Bei fallenden Notierungen verliert der Sprinter ungefähr genauso stark wie die Aktie selbst. Im Gegenzug verzichten Anleger hier aber nicht nur auf die während der Laufzeit gezahlte Dividende, sondern auch auf unbegrenzte Gewinnchancen.

Ein Sprinter der DZ Bank etwa verdoppelt bei Fälligkeit in gut einem Jahr jeden Cent zwischen 50 und 62,50 Euro, so dass es bei einem Anstieg der Aktie um gut 18 Prozent auf 62,50 Euro zu einem Kursplus des Zertifikats von rund 45 Prozent auf 75 Euro kommt. Das ist gleichzeitig aber auch die maximal mögliche Auszahlung (WKN: DZ7GN8).

Fazit: Schon jetzt auf einen möglichen Dax-Aufstieg der Conti-Aktie im Herbst 2012 zu setzen, ist ohne Zweifel sehr riskant. Deshalb sollten sich auch nur sehr risikofreudige Anleger an solchen Spekulationen beteiligen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass es sich im Erfolgsfall meistens gelohnt hat, frühzeitig dabei gewesen zu sein.