US-Börse

US-Arbeitsmarktdaten bringen Wall Street auf Trab

Trotz der positiven Nachrichten vom krisengeschüttelten US-Arbeitsmarkt blieb der Dow Jones nahezu unverändert. Die Wochenbilanz fiel gut aus.

Positive Nachrichten vom krisengeschüttelten Arbeitsmarkt haben die US-Anleger am Freitag zuversichtlich gestimmt. Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende verhinderten jedoch Zuwächse der Börsenbarometer, die den Handelstag kaum verändert beendeten. Die Wochenbilanz fiel aber nach der vorangegangenen Rallye so gut aus wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Dabei wuchs die Hoffnung, dass in der kommenden Woche die Weichen für eine Lösung der Euro-Schuldenkrise gestellt werden können. Hauptgewinner waren Finanztitel. So verteuerten sich die Aktien von JP Morgan Chase um über sechs Prozent.

Der Dow Jones pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.146 und einem Tief von 12.007 Punkten. Er schloss praktisch unverändert bei 12.019 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 steht weiter bei 1244 Stellen, und die Technologiebörse Nasdaq verharrt auf einem Stand von 2626 Punkten.

Auf Wochensicht kletterte der Dow sieben Prozent in die Höhe, der S&P 7,4 und die Nasdaq 7,6 Prozent. In Frankfurt ging der Dax 0,7 Prozent fester bei 6080 Zählern aus dem Handel.

Nach Jahren der Trostlosigkeit am US-Arbeitsmarkt schöpfen nach den neuesten Statistiken auch die Investoren wieder Hoffnung. Die Erwerbslosenquote fiel im November von neun auf 8,6 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau seit zweieinhalb Jahren.

Investoren hoffen auf EU-Gipfel

„Insgesamt ist das ein ermutigender Arbeitsmarktbericht“, sagte David Resler von Nomura Securities in New York. „Aber wir sollten uns nicht allzu große Hoffnungen machen, dass wir sehr oft einen Rückgang der Arbeitslosenquote in diesem Ausmaß erleben werden.“ Nicholas Colas von der ConvergEx Group sprach von der größten Überraschung in den Arbeitsmarktstatistiken des gesamten Jahres.

Als Antrieb für die Wall Street verwiesen Händler auch auf einen Bericht der Agentur Bloomberg, wonach die EZB bis zu 200 Milliarden Euro über den IWF an Schuldenländer geben könnte. Thema an der Wall Street war nicht zuletzt das jüngste Engagement der Bundesregierung, im Kampf gegen die Schuldenmisere die EU-Partner für eine Vertragsreform zu gewinnen.

An den EU-Gipfel in der kommenden Woche knüpften die Investoren die Hoffnung, dass nun doch endgültig das Ende der Euro-Schuldenkrise eingeläutet werden kann. Doch die Händler seien Kummer gewöhnt, sagte Colas von ConvergEx. „Wir sind schon so oft zum Traualtar geführt worden, dass wir fürchten, der Bräutigam taucht schon wieder nicht auf.“

Google-Papiere steigen um 1,1 Prozent

Auf Unternehmensseite standen die Aktien des Blackberry-Herstellers Research in Motion im Blickpunkt. Der Konzern kassierte wegen des sich schwach entwickelnden Tablet-PCs Playbook sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr. Die RIM-Aktie fiel um fast zehn Prozent.

Der Internetkonzern Google will einem Medienbericht zufolge dem weltgrößten Onlinehändler Amazon Konkurrenz in dessen Kerngeschäft machen und führt deshalb Gespräche mit großen Einzelhändlern. Google-Papiere stiegen um 1,1 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 1815 Werte legten zu, 1181 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1502 Titel im Plus, 992 im Minus und 145 unverändert.