Börsen-Bericht

Dax verteidigt dank guter US-Daten seine Gewinne

Die US-Arbeitslosenquote fällt niedriger aus als erwartet. Die Aussicht, dass Stresstests nicht verschärft werden, hilft Banken.

Überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten haben die positive Stimmung an den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss noch einmal verstärkt. Der Dax schloss am Freitag 0,7 Prozent fester bei 6080,68 Zählern.

Auf Wochensicht ergibt sich für den deutschen Leitindex damit ein Plus von 10,7 Prozent, nachdem er allein am Mittwoch um fünf Prozent nach oben geklettert war. Die wichtigsten Notenbanken weltweit hatten eine gemeinsame Aktion zur besseren Versorgung der Banken mit Geld angekündigt und damit für gute Stimmung unter Börsianern gesorgt. Der EuroStoxx50 legte am Freitag 1,1 Prozent zu, an den US-Börsen ging es ebenfalls nach oben.

Ein Auf und Ab lösten die Daten vom US-Jobmarkt aus. Der Dax stieg nach deren Veröffentlichung um bis zu 2,2 Prozent, reduzierte sein Plus dann aber deutlich. Händler begründeten den Rückgang mit Gewinnmitnahmen. „Vor dem Wochenende will niemand ein zu großes Risiko eingehen, nachdem der Dax in dieser Woche so kräftig zugelegt hat“, sagte ein Händler.

In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im November um 120.000, die Arbeitslosenquote sank auf 8,6 von neun Prozent. „Die moderate Belebung des US-Arbeitsmarktes setzt sich fort“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Angesichts der sinkenden Arbeitslosenquote und vor dem Hintergrund der insgesamt robusten US-Konjunkturdaten dürften die Erwartungen einer dritten Lockerungsrunde der US-Notenbank Fed (QE3) etwas zurückgedrängt werden.“

Daneben sorgte zeitweise ein Medienbericht für steigende Kurse, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) bis zu 200 Milliarden Euro über den Internationalen Währungsfonds (IWF) an Schuldenländer in Europa geben könnte.

Stresstest für Bankenwird nicht verschärft

Angeführt wurde der Dax von den Bankenwerten. Wie Reuters aus Finanz- und Aufsichtskreisen erfuhr, sollen die Stresstestkriterien für europäische Banken nicht weiter verschärft werden. Damit bleibe es für die fünf betroffenen deutschen Banken bei einem Kapitalbedarf von rund zehn Milliarden Euro.

Spitzenreiter im Leitindex waren Commerzbank mit einem Plus von 10,6 Prozent. Das Geldhaus könnte allein durch die Verstaatlichung seines Immobilienfinanzierers Eurohypo nach Reuters-Informationen seine Eigenkapital-Lücke fast vollständig schließen.

Eine rasche Trennung von der großen, Verluste schreibenden Eurohypo, die nicht mehr zum Kerngeschäft der Commerzbank zählt, würde das Kernkapital der Commerzbank nach Vorstands-Berechnungen um fast fünf Milliarden Euro entlasten, wie ein Aufsichtsratsmitglied der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Die Anteilsscheine der Deutschen Bank stiegen um 5,1 Prozent. In Paris gewannen BNP Paribas 9,4 Prozent, Credit Agricole fünf und Societe Generale acht Prozent.

Auto-Aktien im Plus

Gut laufende Geschäfte der deutschen Autobauer in den USA honorierten die Anleger mit Aktienkäufen. Daimler, Volkswagen und BMW legten zwischen 1,7 und 0,8 Prozent zu. VW und Mercedes beeindruckten mit ihrem Erfolg, kommentierte ein Händler. Vor allem Autos der Marke Mercedes waren im November bei den US-Verbrauchern gefragt, hier stieg der Absatz um 55 Prozent.

Bei VW legten die US-Verkäufe um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, BMW verbuchte ein Plus von 15 Prozent. Zudem erwarten die deutschen Hersteller für 2011 neue Rekorde bei Export, Produktion und Umsatz und sind auch für das kommende Jahr optimistisch gestimmt.

Federn lassen mussten dagegen vor allem die Aktien von ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 6,4 Prozent. Der Stahlkonzern wies für das Geschäftsjahr 2010/2011 einen Fehlbetrag von 1,8 Milliarden Euro aus. Grund dafür seien hohe Abschreibungen im Amerika-Stahlgeschäft und der Edelstahlsparte. Auch das Versprechen einer unveränderten Dividende von 45 Cent je Aktie konnte die Anteilseigner nicht milde stimmen.