Börsen-Bericht

Gute Auto- und Bankenwerte treiben den Dax an

Starke Zahlen vom US-Automarkt und Kursgewinne der Banken haben den Dax ins Plus gehoben. Der Leitindex notiert über 6100 Punkten.

Der Dax hat seinen Aufwärtskurs wieder aufgenommen. Der Leitindex lag am Vormittag 1,5 Prozent im Plus bei 6123 Punkten, nachdem er am Vortag 0,9 Prozent tiefer bei 6035 Punkten geschlossen hatte. „Es gibt eigentlich keinen konkreten Grund für die Kursgewinne. Sobald es allerdings aufwärts geht, sind viele Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben, gezwungen einzusteigen“, sagte ein Händler.

Mit einem solchen „Short Squeeze“ hatten viele Börsianer bereits die rasante Aufwärtsbewegung des Dax am Mittwoch erklärt. Der Leitindex war um rund fünf Prozent geklettert, nachdem die wichtigsten Notenbanken weltweit eine gemeinsame Aktion zur besseren Versorgung der Banken mit Geld angekündigt hatten.

Um ihre Verluste klein zu halten, müssen Anleger, die auf fallende Kurse gewettet haben, bei steigenden Kursen einsteigen, was die Aufwärtsbewegung dann wiederum verstärkt. Weiter im Mittelpunkt des Börsengeschehens stand die europäische Schuldenkrise. Nachdem sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Vortag für ein enges gemeinsames Vorgehen von Frankreich und Deutschland ausgesprochen hatte, redete Bundeskanzlerin Angela Merkel am Morgen vor dem Bundestag über den EU-Gipfel am kommenden Freitag. Sie sprach sich für eine Änderung der EU-Verträge aus und erteilte Euro-Bonds zum wiederholten Male eine Absage.

Am Nachmittag könnte der US-Arbeitsmarktbericht noch etwas mehr Schwung in die Kurse bringen. Von Reuters befragte Analysten rechnen damit, dass im November außerhalb der Landwirtschaft 122.000 neue Stellen geschaffen wurden nach einem Plus von 80.000 Stellen im Vormonat.

Banken führen Dax an

Angeführt wurde der Dax von den Bankenwerten. Wie Reuters aus Finanz- und Aufsichtskreisen erfuhr, sollen die Stresstestkriterien für europäische Banken nicht weiter verschärft werden. Damit bleibe es für die fünf betroffenen deutschen Banken bei einem Kapitalbedarf von rund zehn Milliarden Euro. Commerzbank kletterten um 4,6 Prozent, Deutsche Bank um 3,4 Prozent.

In Paris gewannen BNP Paribas 5,6 Prozent, Credit Agricole 3,7 Prozent und Societe Generale rund drei Prozent. In Mailand stiegen Intesa Sanpaolo und Unicredit um knapp drei Prozent. Gut laufende Geschäfte der deutschen Autobauer in den USA honorierten die Anleger mit Aktienkäufen. Daimler, Volkswagen und BMW legten rund 2,5 Prozent zu.

„VW und Mercedes mit einem beeindruckenden Erfolg“, kommentierte ein Händler. Vor allem Autos der Marke Mercedes waren im November bei den US-Verbrauchern gefragt. Hier stieg der Absatz in den USA um 55 Prozent, bei VW legten die US-Verkäufe um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, BMW verbuchte ein Plus von 15 Prozent.

Aus dem Rahmen fielen am Freitag die Aktien von ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 2,6 Prozent. Der Stahlkonzern wies einen Fehlbetrag für das Geschäftsjahr 2010/2011 von 1,783 Milliarden Euro aus. Grund dafür seien hohe Abschreibungen im Amerika-Stahlgeschäft und der Edelstahlsparte.