Wohnimmobilien

Es muss nicht immer die Luxusinsel Sylt sein

An Nord- und Ostsee steigen die Immobilienpreise vor allem auf den Inseln. Eine neue Analyse der LBS zeigt, wo es noch vergleichsweise preiswert ist.

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Es muss ja nicht unbedingt Sylt sein. Das Angebot auf der beliebten Nordseeinsel ist knapp und die Immobilienpreise kennen dort nur eine Richtung – die nach oben. Dabei gibt es an Schleswig-Holsteins Küsten alternative Angebote für ein dauerhaftes Feriendomizil. Das zeigt eine aktuelle Analyse der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg .

Sie hat nämlich zum ersten Mal den Immobilienmarkt entlang der Nord- und Ostseeküste in dem Bundesland untersucht und die Ergebnisse gerade vorgelegt. Danach sind Häuser und Eigentumswohnungen am Wasser oder in Wassernähe in fast allen Regionen preiswert zu haben.

Tourismus inzwischen wichtigster Wirtschaftszweig

Höchstpreise sind dagegen die Ausnahme, stellen die Analysten der Bausparkasse fest. Vielfach hat der Tourismus die Landwirtschaft in vielen Regionen als wichtigsten Wirtschaftszweig abgelöst.

Die höchsten Immobilienpreise von zum Teil weit mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter werden laut Studie vor allem auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr erzielt, was angesichts der weiterhin hohen Nachfrage nicht überraschend ist.

Gerade auf den Nordseeinseln treiben das knappe Angebot die Preise immer noch auf neue Rekordstände, wie Studien von Maklerhäusern immer wieder bestätigen. Bislang hatten die Vermittler vor allem Analysen zu den angesagten Ferieninseln vorgelegt. Die LBS-Studie zeigt jetzt Potenziale und Alternativen an den Küsten des Festlands.

Auf den Nachbarinseln von Sylt, Amrum und Föhr oder entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste liegen die Preise für Eigentumswohnungen und für Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt immerhin deutlich unter 1200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, zeigt die LBS-Analyse. So sind Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand in der Region Büsum für 1177 Euro je Quadratmeter Wohnfläche zu haben. Bei neu gebauten Wohnungen sind schon gut mal an die 2000 Euro fällig.

Nur der angesagte Ferienort Sankt-Peter-Ording bildet mit Quadratmeterpreisen zwischen 2250 bis 2500 Euro da noch eine Ausnahme an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Ansonsten gilt offenbar, dass die Immobilienpreise mit zunehmender Entfernung von den Küsten deutlich zurückgehen.

Eine ähnliche Angebotssituation mit günstigen Preisen ist allerdings auch an der Ostseeküste zu finden. Von Timmendorfer Strand und dem Ostseebad Sierksdorf abgesehen liegen hier die Preise in aller Regel unter 1500 Euro pro Quadratmeter. In der Lübecker Bucht und in und um Flensburg gibt es allerdings ein gehobenes Preisniveau.

"Eine Immobilie an der Küste mit Blick aufs Meer muss kein Wunschtraum sein. Es gibt viele interessante Regionen in Schleswig-Holstein, in denen man preisgünstig am Wasser oder in Wassernähe wohnen und Wohneigentum erwerben kann", kommentiert Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg, die Ergebnisse der Untersuchung

Neue Studie, für Menschen, die am Wasser leben wollen

Die Studie, die die LBS in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungsinstitut F + B (Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH) realisiert hat, soll zu einer besseren Markttransparenz in den vom Tourismus stark frequentierten Wohn- und Freizeitgebieten in Schleswig-Holstein beitragen.

Die angegebenen Preise geben dabei jeweils Mittelwerte der Angebotspreise am Markt wieder. Die Ergebnisse wurden anschaulich in einem Immobilien-Marktatlas unter dem Titel "Inseln, Küsten, Förden" zusammengefasst, der ein ausführliches Kartenmaterial bietet. "Wir möchten damit Menschen ansprechen, die sich für das Wohnen am Wasser in Schleswig-Holstein interessieren. Und das nicht nur regional, sondern bundesweit", betont LBS-Chef Peter Magel das Anliegen der Studie.

Studie fasst regionalspezifische Daten zusammen

Die Studie fasst neben den aktuellen Immobilienpreisen auch regionalspezifische Daten zusammen. Zu jeder Region werden Einwohnerzahl und Touristen-Übernachtungen ausgewiesen. Außerdem wird der Anteil an Wohneigentum und die Kaufkraft der Bevölkerung dokumentiert.

Hinzu kommen Daten zum Wohnungsbestand. Der Großteil der Wohnungen befindet sich demnach in Ein- und Zweifamilienhäusern. "Anhand der Relation von Übernachtungen zur Zahl der Einwohner kann man die Bedeutung des Tourismus vor Ort erkennen.

Der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser gibt einen ersten Eindruck über die Struktur der lokalen Bebauung", erklärt Magel. Nach Einschätzung des LBS-Chefs wird die Nachfrage nach Immobilien am Wasser oder in Wassernähe in den nächsten Jahren steigen, auch in Regionen, die heute noch günstige Preise aufweisen. Magel: "Ich wage die Prognose: Wenn wir in einem oder in zwei Jahren den Immobilien-Markt der Inseln, Küsten und Förden erneut analysieren, werden an vielen Stellen die Preise angezogen haben."