Börsen-Bericht

Aufschwung des Dax ist vorerst beendet

Trotz guter Vorgaben aus den USA und den Märkten in Asien startet der deutsche Leitindex im Minus. Vor allem das Schwergewicht Siemens gibt nach.

Der Dax hat nach der jüngsten Kursrally eine Pause eingelegt. Der Leitindex notierte am Morgen 0,3 Prozent im Minus bei 6070 Punkten. Am Mittwoch hatte er noch fünf Prozent zugelegt, nachdem die weltweit wichtigsten Zentralbanken eine gemeinsame Aktion angekündigt hatten, um die Banken mit mehr Geld zu versorgen.

Gefragt waren die Papiere von Beiersdorf, die um 2,3 Prozent kletterten. Händlern zufolge hatten die Analysten von Bank of America/Merrill Lynch die Papiere zum Kauf empfohlen. Der Kosmetikkonzern hatte am Mittwoch angekündigt, bis zu 1000 Stellen streichen zu wollen.

Auf der Verliererseite standen Siemens mit einem Abschlag von 1,4 Prozent. Der Technologiekonzern hatte in einer Mitteilung vom Mittwoch einen Anstieg der Umsätze im Geschäftsjahr 2012/2013 in Aussicht gestellt. Allerdings sei die Entwicklung der Weltwirtschaft von vielen Unsicherheiten geprägt.

Im TecDax rutschten Solarworld um fünf Prozent, nachdem die Analysten von Goldman Sachs das Kursziel für die Papiere gesenkt hatten.

Asien schließt im Plus

Dagegen haben die asiatischen Aktienmärkte haben mit deutlichen Gewinnen auf die koordinierte Aktion der wichtigsten Notenbanken reagiert. Wie in den schlimmsten Tagen der Finanzkrise stellten die Währungshüter den Banken in einem abgestimmten Schritt mehr Geld zur Verfügung. Damit sollen die Spannungen an den Märkten abgebaut und die Realwirtschaft unterstützt werden.

Allerdings gaben Analysten zu Bedenken, dass der Schritt die Schuldenprobleme einiger Euro-Länder auf Dauer nicht lösen werde. Bei den Devisen konnte die europäische Gemeinschaftswährung ihre jüngsten Gewinne verteidigen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,9 Prozent fester bei 8597 Punkten und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,6 Prozent auf 740 Punkte zu. Auch in Taiwan, Südkorea, Singapur und Hongkong legten die Kurse deutlich zu.

Die Zentralbanken der Eurozone, der USA, Kanadas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz stellen den Banken mehr Geld zur Verfügung. Mit dem Schritt wollen die Notenbanken das globale Interbankensystem ausreichend mit Dollar versorgen. Allerdings blieben Analysten skeptisch. „Damit werden lediglich die Notfallmaßnahmen ausgeweitet. Viel wichtiger ist die Frage, ob Europa einen größeren Rettungsfonds bekommt“, sagte Soichiro Monji von Daiwa SB Investments.

Bei den Einzelwerten gehörten japanische Bauunternehmen und Frachtkonzernen zu den größten Gewinnern. Die chinesische Notenbank hatte zuvor die Mindestreserve-Quote für die größten chinesischen Institute gesenkt, was Hoffnungen auf mehr Wachstum in dem Riesenreich und damit auch auf weitere Exportchancen für japanische Firmen belebte. In Tokio gewannen Komatsu -Papiere 7,2 Prozent, Rivale Hitachi Construction legte 7,3 Prozent zu. Aufwärts ging es 2,3 Prozent auch für den in einen Bilanzskandal verwickelten Kamerahersteller Olympus.

Der Euro zeigte sich stabil. Nach einer Rally am Vortag tendierte die Gemeinschaftswährung im fernöstlichen Handel bei 1,3450 Dollar und damit etwas fester als noch im späten US-Handel. Am Mittwoch war der Euro mit 1,3533 Dollar auf den höchsten Wert seit einer Woche gestiegen, nachdem die Notenbanken im Kampf gegen die Schuldenkrise überraschend in die Offensive gegangen waren.