Notenbank

China überrascht Märkte mit billigeren Krediten

Peking hat die Kreditanforderungen für Banken gelockert, was die Firmen in China beflügeln dürfte. Als Folge legten europäische Aktienmärkte deutlich zu.

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Die chinesische Notenbank hat am Mittwoch überraschend erstmals seit drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen der Banken gelockert, um die erlahmende Konjunktur zu stützen. Die Notenbank senkte die Mindestreserve-Quote für die größten Institute um 50 Basispunkte auf 21 Prozent.

Sie ermöglicht den Banken damit eine Ausweitung der Kreditvergabe, weil sie weniger Geld bei der Zentralbank parken müssen. Anleger werteten dies als Hoffnungssignal für die globale Konjunktur. Deshalb legten europäische Aktienmärkte in Folge der Entscheidung deutlich zu.

Der Dax stieg nach der Ankündigung aus China Richtung 5900 Punkte. Nachdem der Leitindex zuvor noch unter Ratingabstufungen von Banken in den USA und Europa durch S&P gelitten hatte, gewann er nun mehr als 1,6 Prozent auf 5896 Punkte. Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse sagte: „Der Schritt von China wird sehr positiv gesehen, denn das könnte ein Impulsgeber für andere Länder sein und ist daher eine gute Botschaft für die Weltkonjunktur.“

Auch Gold legt kräftig zu. Nach der Mitteilung stieg der Kurs von 1704 Dollar je Feinunze bis zu 1719 Dollar in der Spitze. Zuvor hatte der Preis leicht im Minus notiert. Gold hat in diesem Jahr schon von der Nullzins-Politik der US-Notenbank profitiert.

Auch das niedrige Zinsniveau in der Euro-Zone treibt immer wieder Anleger ins Gold, auch wenn der Nimbus als sicherer Hafen zuletzt nicht immer gezogen hat. Die Analysten der Commerzbank gehen aber davon aus, dass mittel- bis langfristig der Goldpreis gut unterstützt bleibt. Schließlich sei die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone noch lange nicht ausgestanden.

Als weiteren Grund für steigende Goldpreise sehen die Experten die chinesische Nachfrage. Nach einem Bericht der „Shanghai Securities News“ hat Chinas Regierung die Provinzregierungen zur Schließung kleinerer Goldminen mit einer Kapazität von weniger als 50 Tonnen aufgefordert. „Damit wäre China noch stärker auf Goldimporte angewiesen, um die heimische Nachfrage zu befriedigen. Dies dürfte sich langfristig in steigenden Preisen widerspiegeln“, stellten die Commerzbank-Analysten fest.