US-Börse

Wall Street schließt dank guter US-Daten freundlich

Das Vertrauen der Verbraucher steigt und sorgt für Gewinne an der New Yorker Börse. Konsumwerte zählen zu den größten Gewinnern.

Gestützt auf positive Konjunkturdaten aus den USA hat sich die Wall Street am Dienstag erneut freundlich präsentiert. Vor allem das überraschend stark gestiegene Verbrauchervertrauen sorgte nach verhaltenem Handelsstart für Gewinne bei Standardwerten. Auch die Hoffnung auf Fortschritte in der Schuldenkrise der Euro-Zone wirkte laut Händlern positiv.

Am Vortag hatte ein überraschend guter Start in das Weihnachtsgeschäft am für den Einzelhandel so wichtigen „Thanksgiving-Wochenende“ bereits kräftige Kursgewinne ausgelöst. Viele Aktien brachen ihren zuvor negativen Trend. Technologiewerte hinkten aber der anhaltenden Erholung hinterher und die Indizes der Nasdaq-Börse mussten moderate Verluste hinnehmen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 0,28 Prozent höher bei 11555,63 Punkten aus dem Handel, der marktbreitere S&P 500-Index legte 0,22 Prozent auf 1195,19 Punkte zu. An der technologielastigen Nasdaq Börse gab der Composite Index 0,47 Prozent auf 2515,51 Punkte ab, der Nasdaq 100 verlor 0,58 Prozent auf 2211,39 Punkte.

Im Dow zählten Konsumwerte zu den größten Gewinnern: Die Aktien des Baumarktes Home Depot sprangen an der Spitze des weltweit bekanntesten Aktienindex um 5,27 Prozent nach oben auf 38,96 US-Dollar. Auch die Anteile am Softdrink-Anbieter Coca Cola verteuerten sich um 2,30 Prozent. Am Indexende mussten dagegen Bankentitel meist deutliche Verluste hinnehmen. Aktien der Bank of America hielten mit minus 3,24 Prozent auf 5,08 US-Dollar die rote Laterne. Im Verlauf sackte das Papier der amerikanischen Bank bis auf den tiefsten Stand seit März 2009. JPMorgan-Titel büßten 2,06 Prozent ein.

Im Fokus stand aber AMR. Die verlustreiche Fluggesellschaft American Airlines versucht mit einem radikalen Schnitt den Neustart. Um hohe Kosten und überbordende Schulden abzuschütteln, flüchtet sich der Mutterkonzern AMR mitsamt Tochtergesellschaften in den Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Damit kann American Airlines erstmal wie gewohnt weiterarbeiten, ist aber vor dem Zugriff seiner Geldgeber sicher. Das ließ den Kurs von AMR abstürzen: Die Papiere brachen um 83,95 Prozent auf 0,26 Dollar ein.

An der Nasdaq gewannen Aktien des Internetunternehmens Yahoo! als ein Favorit 2,28 Prozent auf 15,70 Dollar. Zum einen sorgte Facebook mit kolportierten Börsenplänen für neuen Rückenwind in dem Sektor. Börsianer verwiesen aber vor allem auf Übernahmefantasie für den Pionier. Es soll mehrere Interessenten geben, die ein Gebot erwägen.

Aufmerksamkeit löste auch das Internetunternehmen Facebook aus. Das weltgrößte Online-Netzwerk wird nach Informationen des „Wall Street Journal“ wohl im zweiten Quartal 2012 den von vielen Anlegern lange ersehnten Börsengang wagen. Facebook strebe für den an die Börse gehenden Teil Einnahmen von 10 Milliarden Dollar an, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Personen. Die Bewertung des gesamten Unternehmens soll bei 100 Milliarden Dollar liegen.

Der Eurokurs bewegte sich stabil über 1,33 Dollar seitwärts. Händler warten auf wegweisende Impulse beispielsweise vom Euro-Finanzministertreffen. Zehnjährige Staatsanleihen verloren 7/32 auf 9 30/32 Punkte und rentierten mit 2,004 Prozent.