Börsen-Bericht

Dax steuert erneut die 6000-Punkte-Marke an

Trotz pessimistischer Nachrichten von Ratingagenturen sind die Anleger in Kauflaune. Der deutsche Leitindex verbucht enorme Gewinne.

Der deutsche Aktienmarkt hat negativen Nachrichten von Ratingagenturen getrotzt und sich deutlich ins Plus vorgearbeitet. Bis zum Mittag stieg der Dax um 0,78 Prozent auf 5961 Punkte, nachdem er am Vortag noch mehr als ein Prozent eingebüßt hatte. Für den MDax ging es am Freitag um 2,01 Prozent auf 9081 Punkte nach oben, der TecDax gewann angetrieben von starken Solarwerten 2,09 Prozent auf 692 Punkte.

Die Ratingagentur Fitch hatte diversen Großbanken mit der Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Zudem hatte die Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Dies sei aber bereits erwartet worden, hieß es von Börsianern.

„Wir haben uns wieder den Blick nach Amerika angewöhnt“, sagte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Insofern treibe es den deutschen Markt an, dass in den USA mit einem freundlichen Handelsauftakt gerechnet wird. „Einige glauben, dass die Bodenbildung erfolgt ist und trauen sich daher wieder in den Markt.“

Bankenwerte zählten einmal mehr zu den schwächsten Titeln. Die Aktien der Deutschen Bank sanken um 2,12 Prozent auf 27,06 Euro. Der Konzern hatte zu denjenigen Branchenvertretern gehört, bei denen Fitch den Ausblick auf „negativ“ gesenkt hatte. Die Anteilsscheine der Commerzbank rutschten am Dax-Ende gar um 4,44 Prozent auf 1,68 Euro ab. Hier belastete zusätzlich eine Studie von Goldman Sachs.

Unter den Favoriten im deutschen Leitindex fanden sich die SAP-Aktien mit plus 2,27 Prozent auf 41,47 Euro nach überraschend vorgelegten Zahlen wieder. Ein Händler bezeichnete die Ergebnisse als gut, wies aber auf einen darin enthaltenen Sondereffekt hin. Im MDax sprangen Sky-Deutschland-Papiere um achteinhalb Prozent nach oben. Der Bezahlsender geht mit Microsoft gemeinsam auf Kundenfang.

Anleger kaufen verstärkt Gold

Beunruhigte Anleger haben am Freitag Gold als sicheren Hafen angesteuert. Das Edelmetall kletterte bis auf 1679 Dollar je Feinunze und war damit 0,8 Prozent teurer als am Donnerstag.

Insgesamt hat der Goldpreis an den vergangenen fünf Tagen einen Aufschlag von mehr als zwei Prozent verbucht – so viel wie seit Anfang September nicht mehr, als das Edelmetall noch auf ein Rekordhoch von 1920 Dollar zugesteuert war.

Gold dürfte nach Einschätzung der UBS weiterhin gefragt bleiben, um sich gegen die Unsicherheit an den Märkten abzuschirmen. Der Zustand der wirtschaftlichen Konjunktur bleibe fragil und die europäische Schuldenkrise könne jederzeit für negative Überraschungen sorgen, hieß es in einem Kommentar.