Wall Street

Europas Schuldenkrise zieht US-Indizes ins Minus

Schlechte Stimmung an der Wall Street: Der Index hat nur noch eine Chance, um an wenigstens einem Tag der laufenden Woche im grünen Bereich zu schließen.

Die wichtigsten US-Aktienindizes sind am Mittwoch belastet von der europäischen Schuldenkrise und weltweiten Konjunkturdaten sehr schwach aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Industrial rutschte um 2,05 Prozent auf 11.257,55 Punkte ab. Damit hat der Index aufgrund des Feiertages am Donnerstag nur noch eine Chance, wenigstens einen Handelstag der laufenden Woche im grünen Bereich abzuschließen. Der breiter gefasste S&P 500 verlor am Mittwoch 2,21 Prozent auf 1161,79 Punkte. An der Nasdaq gab der Composite um 2,43 Prozent auf 2460,08 Punkte nach. Der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 2,25 Prozent auf 2166,54 Punkte.

Eine Auktion einer neuen zehnjährigen Anleihe aus Deutschland war auf sehr schwache Nachfrage gestoßen. Zudem hat die EU-Kommission nun offiziell die Einführung der von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter abgelehnten Eurobonds vorgeschlagen. Auch Konjunkturnachrichten wurden überwiegend negativ aufgenommen: So hatte sich die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager in der Industrie im November deutlich eingetrübt. Darüber hinaus waren im September die Auftragseingänge der Industrieunternehmen in der Eurozone unerwartet deutlich zurückgegangen. Frische US-Konjunkturdaten hatten derweil kein klares Bild geliefert.

Branchenweit gehörten die als defensiv eingestuften Gesundheitsdienstleister zu den Werten, die noch mit die geringsten Verluste aufwiesen. Am stärksten nach unten wurden Rohstoff- und Finanzwerte getrieben. Vor dem Hintergrund des anstehenden Stresstests durch die US-Notenbank sorgten Anleger sich bei den Banken um die künftige Dividenden- und Aktienrückkaufpolitik, sagten Händler.

Im Dow Jones endeten alle Werte im Minus. AT&T verloren 1,89 Prozent. Bei der geplanten Übernahme von T-Mobile USA durch den Telekomkonzern zeichnen sich weitere Probleme ab. Der Chef der Regulierungsbehörde FCC, Julius Genachowski, hatte am Dienstagabend beantragt, dass die geplante Übernahme von einem Richter der Behörde geprüft wird. Die Aufseher bezweifeln die Angaben von AT&T, wonach der Schulterschluss das Hochgeschwindigkeitsinternet in ländliche Gebiete ausweite, das Netz für mobile Datennutzung verbessere und Arbeitsplätze schaffe.

Deere & Co. waren mit einem Plus von 3,89 Prozent einer der besten Werte im S&P 500. Der Landtechnikkonzern hatte dank eines deutlichen Umsatzanstiegs einen überraschend hohen Quartalsgewinn je Aktie erwirtschaftet. Zudem habe der Ausblick des Unternehmens auf das kommende Jahr die Erwartungen übertroffen, sagten Börsianer.

Groupon rutschten erstmals unter ihren Ausgabepreis und gingen mit einem Minus von 15,50 Prozent auf 16,96 Dollar aus dem Handel. Der Ausgabepreis hatte Anfang November bei 20 Dollar gelegen. Einige Analysten erklärten in US-Medien den rapide absinkenden Kurs mit dem allgemeinen Zustand der amerikanischen Wirtschaft – und der Sorge, dass ein Unternehmen wie Groupon unter einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher leiden werde. Außerdem verwiesen sie auf wachsende Konkurrenz von Rivalen wie LivingSocial.

Der Euro hielt sich über 1,33 Dollar. Zuletzt wurden in New York 1,3333 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen legten um 10/32 Punkte auf 101 Punkte zu. Die Rendite lag bei 1,885 Prozent.