Börsen-Bericht

Anleger warten auf Details zu Euro-Krisenplan

Die Börsianer hoffen auf konkrete Pläne zur Lösung der Euro-Krise. Der Rückzug von Eckhard Cordes belastet Metro-Aktien.

Gewinnmitnahmen haben am Montag den Anstieg der Börsenkurse gedämpft. Hoffnung auf eine Bewältigung der Euro-Zonen-Krise verhalfen dem Dax zu einem Plus von 0,22 Prozent bei 5688 Punkten. Der MDax gewann 0,29 Prozent auf 8475 Punkte.

Der TecDax verlor dagegen 0,20 Prozent auf 659 Punkte. Händlern zufolge nutzten einige vorsichtige Investoren das Plus der Vorwoche zu Verkäufen. Grundsätzlich werde der Markt aber weiter getragen vom Optimismus, dass Europa in der Schuldenkrise endlich gemeinsam eine konsequente Linie fährt.

Die stark schwankenden Bankenwerte blieben im Fokus: Nach leichterem Start kletterte die Aktie der Commerzbank zeitweise an die Dax-Spitze, zählte am Mittag aber mit minus 1,29 Prozent auf 1,755 Euro zu den größten Verlierern. Im Sektor gibt es zahlreiche Nachrichten zu verarbeiten. Händler wertete die Aussagen von Merkel und Sarkozy positiv und auch die Verstaatlichung des ins Straucheln geratenen belgisch-französische Finanzkonzerns Dexia stütze.

Metro-Titel brachen am Dax-Ende um 5,90 Prozent auf 31,280 Euro ein. Der Chef des größten deutschen Handelskonzerns, Eckhard Cordes, gibt nach wochenlangem Machtkampf auf und verlängert seinen Vertrag nicht. Börsianer sprachen von Unsicherheit wegen eines drohenden Machtvakuums.

Hoffnung auf Lösung der Euro-Krise schiebt Euro an

Der Euro hat von der Aussicht auf eine Lösung der Banken- und Griechenlandkrise profitiert. Mit 1,3565 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung fast zwei US-Cent höher als am Freitagabend in New York.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten sich am Wochenende darauf verständigt, bis Ende Oktober ein Gesamtpaket zur Lösung der Euro-Krise vorlegen zu wollen. „Die Beteuerungen von Merkel und Sarkozy haben den Risikoappetit angeregt und damit dem Euro angeschoben“, fasste Jane Foley, Währungsstrategin bei der Rabobank zusammen. Sollten aber keine harten Fakten folgen, könnte der Euro rasch wieder den Rückzug antreten.

„Von Euphorie kann aber keine Rede sein“, ergänzte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Technische Faktoren wie Eindeckungskäufe zur Vermeidung von Verlusten (Stop-Loss-Käufe) hätten vermutlich zum Kursanstieg beigetragen.

Die Rettung der mit ihrem Griechenland-Engagement ins Schlingern geratene Bank Dexia , die Staatsgarantien über 90 Milliarden Euro von Belgien, Frankreich und Luxemburg erhält, stützte den Euro Händlern zufolge zusätzlich.

Auch zum Schweizer Franken zieht Euro an

Wegen eines Feiertages in Japan war der Umsatz allerdings relativ gering, so dass Händlern zufolge dadurch der Kursanstieg des Euro übertrieben ausgefallen sein könnte. Auch in den USA ist am Montag Feiertag (Columbus Day) – allerdings wird an der Wall Street wie gewohnt gehandelt.

Auch zum Schweizer Franken zog der Euro an und erreichte mit 1,2439 Franken zeitweise ein Viereinhalb-Monats-Hoch. Händler begründeten dies auch mit Spekulationen, wonach die Schweizer ihren Zielkurs für den Euro anheben könnten. Derzeit liegt er bei 1,20 Franken.

Am Rentenmarkt drehte der Bund-Future nach einer freundlichen Eröffnung ins Minus und verlor 40 Ticks auf 135,01 Punkte. Die größere Risikobereitschaft einiger Anleger mache Staatsanleihen Deutschlands oder Frankreichs und Belgiens weniger attraktiv, sagten Händler.

Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen dieser drei Länder zogen merklich an. So kletterte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf fast 2,05 von gut zwei Prozent am Freitag an. Die Renditen der vergleichbaren belgischen Anleihen stieg auf 4,07 von 3,98 Prozent, die der französischen auf 2,83 von 2,76 Prozent.