Bankenkrise

Im Teufelskreis der europäischen Staatsanleihen

Die Staaten der Euro-Zone müssen den gefährdeten Geldhäusern helfen, denn sie kommen aus Europa. Ansonsten droht der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, mal wieder.

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Die Bankenkrise ist zurück, und zwar mit aller Macht. Was sich in den vergangenen Wochen abzeichnete, wird nun zur bitteren Realität: Drei Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers wackelt wieder einmal das Welt-Finanzsystem. Anders aber als damals geht der Ursprung dieser Krise nicht von den USA aus und auch nicht von Banken, die sich jenseits des Atlantiks mit Derivaten verspekuliert haben.

Die wackeligen Geldhäuser sitzen in Europa. Und nein, es war meist nicht die Gier, die sie in hochriskante Geschäfte trieb. Ihr Problem heute sind europäische Staatsanleihen, die bis vor wenigen Monaten noch als so risikolos galten, dass die Kreditinstitute sie per Gesetz nicht einmal mit Eigenkapital als Risikopuffer unterlegen müssen.

Kein Mensch weiß, ob das am Ende funktioniert

Nun stecken alle in einer Art Teufelskreis. Weil einige Länder der Euro-Zone inzwischen als kreditunwürdig gelten, haben deren Anleihen rapide an Wert verloren. Deshalb geraten die Banken, die diese Bonds halten, nun wieder so unter Druck, dass die Staaten sie unterstützen müssten. Doch einige haben selbst kein Geld mehr. Es droht eine Katastrophe.

An neuer Staatshilfe führt also kein Weg vorbei. Ländern, denen das Kapital dafür fehlt, wird der Rest Europas bei dieser neuerlichen Rettungsaktion unter die Arme greifen müssen. Kein Mensch weiß, ob das am Ende funktioniert. Deutschlands Steuerzahler werden sich bedanken. Die Alternative aber wäre der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems mit Folgen, die sich kein vernünftiger Mensch ernsthaft auszumalen wagt.