Börsen-Bericht

Dax sackt ab, Commerzbank verliert zweistellig

Die Krise im US-Haushalt und Spekulationen in der Euro-Zone schüren die Angst der Anleger. Der Dax sinkt um gut ein Prozent.

Belastet von wieder anziehenden Renditen der hochverschuldeten Euro-Staaten haben die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Dienstag ihren im Frühhandel gestarteten Erholungsversuch wieder abgebrochen. Der Dax sackte bis zum Handelsschluss um 1,2 Prozent auf 5537 Punkte, den tiefsten Stand seit 5. Oktober. Der MDax mittelgroßer Werte gab 1,1 Prozent auf 8208 Zähler ab, während sich der Technologieindex TecDax um 0,7 Prozent auf 642 Punkte abschwächte.

Am Rentenmarkt bildete sich keine einheitliche Tendenz. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Bund-Future bis zum frühen Abend leicht um elf Ticks ins Plus auf 137,26 Zähler. Die dem Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,912 Prozent. Der Euro kletterte zwischenzeitlich wieder über die Marke von 1,35 Dollar. Im Verlauf schmolzen die Gewinne aber wieder zusammen und die Gemeinschaftswährung wurde am Abend bei 1,3496 Dollar gehandelt. In der Nacht zum Dienstag war sie auf ein Tief von 1,3467 Dollar gesunken.

Aktien der Commerzbank brachen am Dax-Ende nach Spekulationen um einen höheren Kapitalbedarf auf ein Allzeittief von 1,116 Euro ein. Händler machten Medienberichte für den Absturz verantwortlich. Darin wird spekuliert, dass die Commerzbank einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund fünf Mrd. Euro habe.

Mit dem Gesamtmarkt erholte sich die Aktie im Handelsverlauf auf 1,15, ein Minus von 15,1 Prozent. Allianz-Papiere rutschten wegen der wieder steigenden Renditen der PIIGS-Anleihen 1,7 Prozent ins Minus. Zuvor hatten sie dank einer Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley noch um bis zu 2,9 Prozent zugelegt. Gefragt waren hingegen Chemiewerte. So rückten die Titel von Linde als einer der wenigen Gewinner im Dax um 1,2 Prozent vor.

Im MDax rutschten die Anteilscheine von Tui im Sog des Konkurrenten Thomas Cook um 11,9 Prozent ab. Der britische Reiseveranstalter hatte von Finanzierungsverhandlungen mit Banken berichtet – die Papiere verloren daraufhin zeitweise drei Viertel ihres Wertes.

Einen Lichtblick bot indes Südzucker, deren Aktien nach einer Prognoseanhebung um 7,8 Prozent zulegten. Der Zuckerproduzent erhöhte wegen der guten Geschäftsentwicklung im Herbst seine Ziele für das Geschäftsjahr. Im TecDax lagen Solarworld mit plus 3,2 Prozent an der Spitze. Börsianer verwiesen auf eine Studie von Jefferies, in der Solarfirmen als Übernahmekandidaten genannt wurden. Als Käufer nannten die Experten Konzerne wie Siemens, Samsung Electronics und LG.