Börsen-Bericht

Trotz US-Schuldenkrise hält sich der Dax im Plus

Die Krise im US-Haushalt und Spekulationen in der Euro-Zone schüren die Angst der Anleger. Noch hält sich der Dax in der Gewinnzone.

Der deutsche Aktienmarkt hat einen Teil der Verluste vom Vortag aufgeholt. Bis Mittag stieg der DAX um 0,8 Prozent auf 5.649 Punkte. Auch die zweite Reihe wies Pluszeichen aus, auch wenn die Nebenwerte die Gewinne nicht halten konnten. So notierte der MDAX mit einem Gewinn von 0,6 Prozent bei 8.350 Zählern, der TecDAX legte 0,4 Prozent auf 650 Punkte zu.

In der Nacht hatte die „Super-Kommission“ im US-Senat ihr Scheitern bei der Durchsetzung der Sparpläne eingeräumt. Die USA könnten damit ebenso finanzpolitisch handlungsunfähig werden wie die Euro-Zone, hieß es im Handel. Ein Riss geht auch durch Belgien, wo die Regierungsbildung erneut gescheitert ist. Das Sparprogramm steht damit auf der Kippe.

Am Nachmittag könnte allerdings die zweite Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) einen neuen Impuls geben. Volkswirte rechnen in der zweiten Bekanntgabe mit einer Abwärtsrevision auf ein Plus von annualisiert 2,3 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. Vorläufig nannte das Handelsministerium einen Anstieg um 2,5 Prozent. Am Abend wird dann noch die US-Notenbank das Ergebnis ihrer geldpolitischen Beratungen vom 1. und 2. November vorlegen.

Euro zeigt sich stärker

Etwas stärker zeigte sich der Euro. Devisenhändler zahlten 1,3546 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor bei 1,3528 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs am Vortag bei 1,3458 Dollar festgelegt.

Gesucht sind vor allem die zu Wochenbeginn unter die Räder gekommenen konjunktursensiblen Titel. Von einer durchgreifenden oder nachhaltigen Erholung kann aber keine Rede sein. Das Regiment der Schuldenkrise unterdrückt jegliche Erhebung der Kurse. „Die desaströse Gemengelage an allen Fronten ist die gleiche geblieben“, sagte ein Händler.

Größter DAX-Gewinner waren Anteile des Industriegase-Spezialisten Linde, die 2,9 Prozent auf 107,15 Euro gewannen. Mit 2,1 Prozent ebenfalls deutlich im Plus lag der Versicherungskonzern Allianz mit einem Kurs von 71,02 Euro. Ans Ende der Liste rutschte dagegen die Commerzbank, deren Papiere sich um 3,5 Prozent auf 1,31 Euro verbilligten.

Den MDAX führten Aktien des Modeherstellers Hugo Boss an, die sich um 3,6 Prozent auf 62,40 Euro verteuerten. Verkauft wurden dagegen Aktien des Reisekonzerns TUI, die sich um 5,6 Prozent auf 3,47 Euro verbilligten. Die Hannoveraner gerieten dabei in den Sog des britischen Wettbewerbers Thomas Cook, dessen Aktien in London um gut 66 Prozent auf 13,96 Pence einbrachen.

Im TecDAX setzten sich Anteile von Solarworld mit einem Gewinn von 4,9 Prozent auf 2,84 Euro klar an die Spitze. Ins Minus fielen dagegen Bechtle, die 2,6 Prozent abgaben auf 25,45 Euro.