Börsen-Bericht

Erholung am Aktienmarkt steht auf wackeligen Beinen

Zwar erholt sich der Dax leicht von den Verlusten der vergangenen Tage. Doch die Nervosität der Anleger an den Börsen hält an.

Nach den zuletzt heftigen Kursverlusten sind die wichtigsten deutschen Aktienindizes mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der Dax stieg in den ersten Minuten um 0,83 Prozent auf 5652,69 Punkte. Zum Wochenstart hatte der Leitindex kräftige 3,35 Prozent verloren und damit sein bereits deutliches Minus der Vorwoche von 4,24 Prozent noch ausgeweitet. Der MDax mittelgroßer Werte legte 0,92 Prozent zu auf 8378,69 Punkte, der Technologieindex TecDax gewann 0,47 Prozent auf 650,34 Punkte.

Die Entspannung an den Börsen wird von Händlern zunächst rein technisch als Reaktion auf die jüngste Talfahrt eingestuft, zumal die Märkte mal nicht mit neuerlichen Hiobsbotschaften aus den Brandherden der Staatsschuldenkrise konfrontiert seien. Die Börsen in Asien hätten von einer wieder aufkeimenden Hoffnung auf eine geldpolitische Lockerung in China profitiert und nicht mehr die ausgeprägte Schwäche der Wall Street vom Vorabend nachvollzogen.

Außerdem hoffe der Markt auf Fortschritte in Griechenland. Entsprechend habe sich auch die Vorgabe mittlerweile zum Positiven gewendet: Seit dem Xetra-Schluss am Vorabend gewann der Future auf den Dow Jones 1,15 Prozent.

An Daten steht die Zweitschätzung des US-Wirtschaftswachstums aus dem dritten Quartal an. Aus technischer Sicht rechnet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) indes mit weiter fallenden Kursen beim Dax.

Asiatische Aktienmärkte kommen nicht vom Fleck

Die Schuldenprobleme in den USA und Europa haben an den asiatischen Aktienmärkten erneut zu Verunsicherung und uneinheitlichen Kursen geführt. Am Montagabend waren in den USA die Verhandlungen zum Abbau des immensen Schuldenbergs gescheitert.

Händler sagten, die Folgen des Dauerstreits zwischen Demokraten und Republikanern für die Finanzmärkte seien zunächst schwer abzuschätzen. Immerhin beruhigten die Rating-Agenturen die Nerven der Anleger mit der Aussage, dass den USA nicht unmittelbar eine Herabstufung drohe. Auch die Schuldenkrise in Europa erlaubte dem Aktienmarkt keine Atempause: Hier zeigten sich die Investoren darüber beunruhigt, dass die Rating-Agentur Moody's die französische Kreditwürdigkeit in Gefahr wähnt.

In Tokio blieb der Handel vor einem Feiertag dünn. Anleger trennten sich zwar von risikoreichen Investments, sie wollten die Preise aber auch nicht zu weit nach unten treiben, hieß es. Zwischenzeitlich fiel der Leitindex Nikkei auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Er konnte sich immerhin noch knapp über dem Tiefstand halten, auf den das Barometer kurz nach dem Erdbeben und Tsunami im März gefallen war.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,4 Prozent auf 8314 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index tendierte dagegen 0,1 Prozent höher bei 717 Zählern. Auch an den übrigen asiatischen Börsen blieben die Kursveränderungen insgesamt gering sowie uneinheitlich. So überwogen etwa in Taiwan, Hongkong und Shanghai die Verluste, während die Kurse in Südkorea und Singapur überwiegend etwas anzogen.

Bei den Einzelwerten lagen die Papiere des von einem Bilanzierungsskandals erschütterten Unternehmen Olympus im Blickpunkt. Sie schossen 20 Prozent in die Höhe, nachdem der Kamerahersteller mitteilte, dass eine unabhängige Untersuchungskommission bislang keine Hinweise auf die von den Investoren gefürchtete Beteiligung des Organisierten Verbrechens habe.

Die Aktien der Börse in Osaka kletterten knapp fünf Prozent. Zuvor hatten der Börsenplatz und die Börse Tokio ihre Absicht bekanntgegeben, sich zum drittgrößten Börsenbetreiber der Welt zusammenzuschließen.