Wall Street

US-Schuldenhickhack löst Börsen-Talfahrt aus

Das Scheitern des Komitees für den US-Schuldenabbau verunsichert die Investoren an der Wall Street. Der Dow Jones rutscht auf den tiefsten Stand seit vier Wochen.

Alle wichtigen Indizes an den US-Börsen haben am Montag deutlich nachgegeben. Das sich abzeichnende Scheitern des „Super-Komitees“ zum Abbau der horrenden US-Staatsverschuldung belaste den Markt, sagten Händler. Und auch aus anderen Teilen der Welt kämen keine beruhigenden Signale.

So schließt die Ratingagentur Moody's nicht aus, dem zweitgrößten Euro-Land Frankreich seine Spitzenbonität „AAA“ zu entziehen. Zudem steht Spanien nach dem Wahlsieg der Konservativen zwar vor einem Regierungswechsel. Der designierte Regierungschef Mariano Rajoy muss aber noch erklären, wie er die Krise in seinem Land in den Griff bekommen will. Darüber zeigten Warnungen aus China Wirkung, die Weltwirtschaft sei in einer schwierigen Phase.

Dow auf Vier-Wochen-Tief

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 2,1 Prozent bei 11.547 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit vier Wochen. Im Verlauf des Tages schwankte der Leitindex zwischen 11.454 und 11.795 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1192 Punkten, ein Minus von 1,9 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 1,9 Prozent und ging mit 2523 Punkten aus dem Handel.

In den USA hat das von Präsident Barack Obama eingesetzte „Super-Komitee“ zur Ausarbeitung einer überparteilichen Lösung zum Defizitabbau seine Arbeit ohne Ergebnis eingestellt.

Der Ausschuss sollte Einsparungen für die nächsten zehn Jahre im Volumen von 1,2 Billionen Dollar ausloten. Bereits im August hatte das Gezerre der Abgeordneten um den künftigen Sparkurs und eine Anhebung der Schuldenobergrenze die hoch verschuldete Wirtschaftsmacht an den Rand der Staatspleite gebracht und die Märkte verunsichert. „Die Unklarheit über einer Verlängerung der Einkommenssteuerkürzung und die Zukunft der Arbeitslosenhilfe sorgen für große Verunsicherung.

Diese Dinge sind ein wichtiger Nachfragestimulus. Fallen die Maßnahmen weg, wäre das eine Belastung für die Wirtschaftsentwicklung“, sagte Nick Sargen von Fort Washington Investment Advisors in Cincinnatti.

Bei den Einzelwerten um kräftige 85 Prozent auf 134 Dollar bergauf ging es mit Aktien des Biotech-Unternehmens Pharmasset . Der weltgrößte Hersteller von HIV-Medikamenten, Gilead , will Pharmasset für elf Milliarden Dollar kaufen. Pro Anteilsschein bietet Gilead 137 Dollar. Gilead-Aktien verloren am Montag 9,1 Prozent.

Der Versicherer Alleghany kündigte an, den Rückversicherer Transatlantic Holdings für 3,4 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Alleghany will dabei in einer Kombination aus Bargeld und eigenen Aktien zahlen. Das Papier von Alleghany gab um 6,8 Prozent nach, Anteilsscheine von Transatlantic Holdings verteuerten sich um 0,8 Prozent.

Banken-Titel tief im Minus

Hart traf es auch die Bankentitel, da auch amerikanische Finanzinstitute in vielen der hoch verschuldeten Länder Europas engagiert sind: Die Aktie der Bank of America gab fünf Prozent ab, Anteilsscheine der Citibank notierten ein Minus von 4,9 Prozent und Papiere von Morgan Stanley verloren 4,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,93 Milliarden Aktien den Besitzer. 450 Werte legten zu, 2579 gaben nach und 56 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 423 im Plus, 2111 im Minus und 86 unverändert.