Wall Street

Wachsender Optimismus dreht Dow Jones ins Plus

Steigende Frühindikatoren lassen US-Börse wieder steigen. Bremsend wirkt sich dagegen die anhaltende Sorge um die Eurozone aus.

Nach zuletzt zwei schwachen Handelstagen hat der Dow Jones am Freitag moderat zugelegt. Wachsender Optimismus über die Aussichten für die US-Wirtschaft wurde allerdings ausgebremst durch die alten Sorgen um die Eurozone. Der US-Leitindex ging mit einem kleinen Plus von 0,22 Prozent bei 11.796,16 Punkten aus dem Handel. Im Wochenvergleich hat er damit aber fast drei Prozent an Wert verloren – gleichbedeutend dem größten Wochenverlust seit September.

Der S&P 500 schloss indes am Freitag knapp mit 0,04 Prozent im Minus bei 1215,65 Punkten. An der Nasdaq waren die Verluste etwas deutlicher: Der Composite-Index verlor 0,60 Prozent auf 2572,50 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 0,80 Prozent auf 2253,95 Punkte.

Hewlett-Packard an der Spitze

Positiv aufgenommen wurden im Oktober überraschend deutlich gestiegene Frühindikatoren, die ein optimistischeres Bild für die US-Wirtschaft zeichneten. Auch am Anleihemarkt in der Eurozone hat der Druck am Freitag etwas nachgelassen. Angesichts der Zweifel an der Einigkeit der europäischen Politiker blieb es jedoch dabei, dass sich Anleger wegen der Schuldenkrise nicht zu weit auf das Glatteis wagen wollten. „Noch ist kein Ausweg aus der Krise in Sicht und so dürfte die Volatilität an den Börsen auch weiterhin hoch bleiben“, fügte ein Börsianer hinzu.

Die Spitze im Dow Jones nahmen die Papiere von Hewlett-Packard ein. Sie kletterten um 2,57 Prozent auf 27,99 US-Dollar, nachdem der Computer-Hersteller Ralph Whitworth als Vertreter des Anteile haltenden Hedgefonds Relational Investors in den Verwaltungsrat aufgenommen hatte. Der Konzern verspricht sich davon wieder mehr Vertrauen unter den Anlegern.

Größter Verlierer ist Chevron

Ferner legten Boeing um rund zwei Prozent auf 67,46 Dollar zu. Der Flugzeugbauer hatte mit der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air einen Vorvertrag über den Kauf von 230 Mittelstreckenjets vom Typ 737 abgeschlossen. Der Wert des rekordverdächtigen Auftrags wird inklusive einer Option auf 150 weitere Maschinen auf bis zu 36 Milliarden Dollar geschätzt. Größter Verlierer waren indes die Aktien des Ölkonzerns Chevron, die am Indexende um 2,20 Prozent nachgaben.

Außerhalb des Leitindex zogen die Aktien des vor der Fusion mit der Deutschen Börse stehenden Börsenbetreibers NYSE Euronext um 1,88 Prozent an. Beide Parteien zeigen sich bei ihrem Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber zu Zugeständnissen an die europäischen Wettbewerbshüter bereit.

Euro erholt sich jüngsten Verlusten

Zahlen standen nach dem Auslauf der Berichtssaison nur noch von einigen Nebenwerten auf dem Programm. Der Sportartikel-Einzelhändler Foot Locker hatte mit seinen am Vorabend vorgelegten Zahlen die Erwartungen übertroffen. Die Papiere profitierten mit plus 2,57 Prozent davon. Aktien des Anbieters von Softwarelösungen Salesforce.com dagegen sackten wegen enttäuschender Auftragseingänge im dritten Quartal um rund 10 Prozent ab.

Der Euro erholte sich etwas von seinen jüngsten Verlusten. Zuletzt wurden in New York 1,3512 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen dagegen standen bei den Anlegern nicht sonderlich hoch im Kurs. Sie gaben um 11/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte nach. Ihre Rendite kehrte mit 2,007 Prozent wieder knapp über die Marke von 2 Prozent zurück.