Börsen-Bericht

Dax beendet turbulente Woche mit Abschlägen

Vor den Wahlen in Spanien bleiben die Anleger vorsichtig. Der deutsche Leitindex geht im Minus ins Wochenende. Der Euro erholt sich leicht.

Angesichts der Probleme in Europa ging es am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss erneut abwärts. Zunächst legte der Dax – gestützt von Gewinnen bei einigen Finanzwerten und Versorgeraktien – bis auf 5897 Zähler zu, gab die Gewinne im weiteren Verlauf jedoch wieder vollständig ab.

Zum Handelsende wies der deutsche Leitindex schließlich ein Minus von 0,9 Prozent auf 5800 Punkte aus. Vor den Wahlen am Wochenende in Spanien blieben die Probleme in der Eurozone im Fokus und die Unsicherheit weiter hoch. MDax und TecDax schafften ebenfalls nicht den Sprung in die Gewinnzone. Der Index der mittelgroßen Werte sank um 1,1 Prozent auf 8626 Punkte, der Technologieindex TecDax fiel um 1,4 Prozent auf 670 Zähler zurück.

Die leichte Entspannung an den europäischen Anleihemärkten bremste den Zulauf der Investoren in deutsche Staatstitel deutlich aus. Der Bund-Future sank zuletzt um 71 Ticks auf 136,61 Zähler. Die dem Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,965 Prozent. Zum Abschluss einer turbulenten Handelswoche zeigte sich der Euro leicht erholt. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3516 US-Dollar, nachdem sie im frühen Geschäft noch bis auf 1,3448 Dollar nachgegeben hatte.

Aktien von Infineon setzten ihre Talfahrt fort und verloren als schwächster Dax-Wert 2,3 Prozent. Seitdem sich der Konzern am Mittwoch skeptisch zu den Umsatzaussichten im neuen Geschäftsjahr geäußert hat, ist die Aktie bereits um gut neun Prozent abgerutscht. Für Gesprächsstoff am Markt sorgte auch die Deutsche Börse, deren Aktie nach anfänglichen Kursverlusten um 2,8 Prozent ins Plus kletterte. Der Frankfurter Börsenbetreiber und die Nyse Euronext wollen ihre umstrittene Fusion durch weitreichende Zugeständnisse an die EU-Kommission doch noch retten.

Spekulationen auf einen Übernahmekampf um SGL Carbon ließen deren Papiere um 2,3 Prozent steigen. Auslöser war die Mitteilung von BMW (minus 1,7 Prozent), wonach sich der Autobauer gut 15 Prozent der Stimmanteile an SGL gesichert hat. VW (minus 1,9 Prozent) war bereits im Februar bei SGL eingestiegen.

Im Fokus stand auch die VW-Aufsichtsratssitzung. Der japanische Partner Suzuki drängt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs aus Wolfsburg. Die Partnerschaft sei mit dem heutigen Tag beendet, den VW-Anteil wolle man zurückkaufen, teilte Suzuki mit.

Zooplus sackten nach Bekanntgabe eines Neun-Monats-Verlustes um 6,2 Prozent ab. Zusätzlich belastete die angekündigte Kapitalerhöhung.