Börsen-Bericht

Finanztitel gehören zu den großen Verlierern im Dax

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Große Nervosität prägt den Handel an der Frankfurter Börse. Zu Börsenschluss notiert der Dax deutlich im Minus.

Die weiter ungelöste Schuldenkrise der Eurozone hat den Dax auch am Donnerstag ins Minus gedrückt. Händler verwiesen auf die angespannte Lage an den meisten europäischen Anleihenmärkten mit steigenden Renditen, die die Unsicherheit um eine Lösung der Eurozonen-Probleme zeige. Der Dax sank um bis zu 2,3 Prozent, nachdem er bereits an den vergangenen drei Handelstagen nachgegeben hatte. Im Verlauf baute der Leitindex die Verluste etwas ab und stand zum Handelsende mit 5850 Punkten 1,1 Prozent unter seinem Vortagesschluss.

Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Donnerstag mit einer weiteren Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone weiter gestiegen. Mit Spanien und Frankreich konnten sich zwei führende Volkswirtschaften der Eurozone nur zu deutlich höheren Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen.

Nach den Versteigerungen der französischen und spanischen Anleihen seien die deutschen Anleihen erneut gefragt gewesen. Der Bund-Future stieg zunächst bis auf 138,79 Zähler, fiel zuletzt aber 94 Ticks ins Minus auf 137,20 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,90 Prozent. Der Euro stand weiter unter Druck. Nach einem Tagestief bei 1,3423 Dollar erholte sich die Gemeinschaftswährung leicht auf 1,3520 Dollar.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten entsprechend Finanzwerte wie Commerzbank oder Deutsche Bank, die 4,3 Prozent und 3,7 Prozent an Wert verloren. Die steigenden Renditen schürten die Furcht vor Ausfällen in den Anlagen der Banken und Versicherer, sagten Händler. Allianz büßten um bis zu 2,7 Prozent ein, erholten sich bis zum Handelsschluss aber minus 0,9 Prozent.

Auch stark konjunkturabhängige Stahlaktien gerieten nach einer Prognosesenkung und einem Rückgang beim Betriebsgewinn von Voestalpine deutlich unter Druck. So schwächten sich die Anteilscheine von ThyssenKrupp am Indexende um 5,9 Prozent ab.

Titel von Metro stiegen als bester Dax-Wert um 1,5 Prozent. Händler sprachen von einem positiven Einfluss auf die Aktien des Handelskonzerns durch Zahlen des niederländischen Wettbewerbers Ahold, die besser als erwartet ausgefallen waren.

Am MDax-Ende verloren Heidelberger Druck trotz Berichten über Übernahmeinteressen im Druckmaschinensektor 6,8 Prozent. Analyst Holger Schmidt von der Frankfurter Investmentbank Equinet hält es für unwahrscheinlich, dass ein Übernahmeinteressent für den Wettbewerber Manroland die Lage im Sektor ändern wird, in dem weiter Gegenwind wehe. wej./dpa