Geldanlage

So findet jeder Anleger das passende Zertifikat

Am Zertifikate-Markt lohnt ein Blick in die Historie. Bei Risikopuffern von mehr als 50 Prozent sind die Chancen auf zweistellige Renditen hoch.

Foto: Infografik Welt Online

Jetzt einsteigen oder besser noch abwarten? Diese Frage stellen sich Anleger an der Börse immer wieder aufs Neue. Sind die Kurse stark gestiegen, warten viele Anleger lieber auf den nächsten Rücksetzer, um günstiger in den Markt zu kommen. Ist der Einbruch dann da, fehlt aber der Mut, wirklich in das „fallende Messer“ zu greifen.

Darum beobachten Privatanleger das Geschehen an der Börse oft nur von der Seitenlinie. Dabei bieten Aktien auf lange Sicht trotz allem immer noch die besten Renditechancen. Zumal die Verlustrisiken mit Zertifikaten deutlich reduziert werden können.

Die Auswahl geeigneter Produkte fällt Anlegern bei der Unmenge an Zertifikaten allerdings schwer. Selbst wenn die Funktionsweise grundsätzlich verstanden wird, was etwa bei Discount- oder Bonuszertifikaten relativ einfach ist. Doch gerade von diesen Standardprodukten gibt es jede Menge. Renditejäger, die keine dezidierte Meinung zu einer bestimmten Aktie haben, sehen sich daher mit zahlreichen Fragen konfrontiert. Basiswert, Laufzeit, Risikopuffer, Renditechance, Emittent und Produktstruktur müssen schließlich noch so ausgewählt werden, dass sich ein möglichst attraktives Chance/Risiko-Profil ergibt.

Und das ist gar nicht so einfach. Oftmals wird die Produktpalette dann nur nach der gewünschten „Zielrendite“ gefiltert und das demnach attraktivste Produkt gekauft. Eine Strategie, die gerade in stürmischen Börsenzeiten oft nicht aufgeht und immense Verluste beschert.

Eine wertvolle Hilfe bei der Einschätzung von Chancen und vor allem Risiken bietet ein Blick in die Historie der einzelnen Aktien. Solche Rückrechnungen beinhalten zwar keine Garantie, dass es in Zukunft genauso laufen wird. Die Aussagekraft hat in den vergangenen Jahren aber deutlich zugenommen, weil die meisten Werte mittlerweile sowohl eine ausgeprägte Hausse als auch eine (oder mehrere) Crashphasen hinter sich haben.

Analyse der 30 Dax-Konzerne

Die Kritik einer Optimierung der berücksichtigten Daten greift bei ausreichend langem Beobachtungszeitraum also nicht. Bei einer vor diesem Hintergrund durchgeführten Analyse der 30 aktuell im Dax gelisteten Aktien werden mit Blick auf die rollierende Zwölf-Monatsperformance deutliche Unterschiede sichtbar, die sich Anleger bei der Wahl der geeigneten Zertifikate zunutze machen können.

Bei der aufgrund der vermeintlich attraktiven Konditionen gerne als Discount-Kandidat ausgewählten Infineon zum Beispiel wäre die maximale Rendite bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Risikopuffer von 20 Prozent in fast der Hälfte aller Fälle nicht erreicht worden, weil die Aktie unter dem Strich mehr an Wert verloren hätte. Und selbst bei einer Ausweitung des Puffers auf 50 Prozent hätten Anleger ihr Renditeziel in einem von vier Fällen nicht realisieren können.

Deutlich besser sieht es bei der von den Renditechancen momentan sogar noch attraktiveren Aktie der Deutschen Bank aus. Hier lag die Erfolgsquote mit 50 Prozent Puffer in der Vergangenheit bei immerhin 97 Prozent. Bei einer Maximalrendite von rund sieben Prozent und einem sogar gut 61 Prozent unter dem aktuellen Aktienkurs liegenden Cap könnte ein Discountzertifikat der Commerzbank auf die Aktie des Wettbewerbers also eine Investition wert sein (WKN: CK33A4).

Zumal der Produktanbieter wie alle hier ausgewählten Emittenten auf der von den G-20-Staaten jüngst aufgestellten Liste der „systemrelevanten Banken“ steht, wodurch das Ausfallrisiko erheblich reduziert sein sollte. Noch wichtiger sind solche Rückbetrachtungen bei der Suche nach geeigneten Bonuszertifikaten.

Zum einen sind die Gewinnchancen selbst bei eingebautem Cap in der Regel höher als bei Discountern, was die Produkte für viele Anleger reizvoller macht. Zum anderen wird der „Fehler“ eines unzureichenden Risikopuffers wesentlich härter bestraft, weil Investoren dann in vollem Umfang an den Verlusten des Basiswertes beteiligt werden. Bei einem Puffer von 20 Prozent hätte die Quote der gerissenen Barrieren auf Jahressicht je nach Dax-Wert zwischen 23 und 61 Prozent betragen.

Für eine Erfolgswahrscheinlichkeit von über 95 Prozent muss bei den meisten Aktien stattdessen ein Risikopuffer von mindestens 50 Prozent gewählt werden. Was im aktuellen Umfeld dank der anhaltenden Unsicherheit der Marktteilnehmer aber trotzdem noch mit attraktiven Gewinnchancen verbunden ist. Bei einigen Aktien sind mit derartigen Bonus Cap Zertifikaten auf Sicht von gut einem Jahr sogar zweistellige Renditen möglich.

Fazit: Auch wenn an der Börse immer alles möglich ist, kann ein Blick in die Vergangenheit gerade bei der Suche nach passenden Zertifikaten nicht schaden. Die hier dargestellten Produkte bieten eine zumindest theoretisch sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die maximale Rendite bei Fälligkeit tatsächlich auch eingefahren wird. Da es dafür aber keine Garantie gibt, empfiehlt es sich, zur Streuung der Risiken das Geld auf möglichst viele Papiere zu verteilen.