Wall Street

Italiens Ja zum Sparpaket bringt Hoffnung an US-Börsen

Die Aussicht auf neue Regierungen in Italien und Griechenland sorgt für Optimismus an der Wall Street. Der Dow legte 2,2 Prozent zu.

Die Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Italien hat die Wall Street zum Wochenschluss erneut beruhigt. Für Optimismus sorgte die Zustimmung des Senats in Rom zum Sparpaket. Zudem wurde in Griechenland die Übergangsregierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Lukas Papademos vereidigt. „Heute wurden wieder einige positive Schritte gemacht, was die Neubildung der griechischen und italienischen Regierung angeht. Es sieht so aus, als ob die Anleihenzinsen, die vielen Kopfzerbrechen bereitet haben, leicht zurückgehen. Das ist die wichtige Nachricht des Tages“, sagte Rick Meckler von LibertyView Capital in New York.

Die Renditen italienischer Anleihen sanken auf 6,5 Prozent und damit unter die kritische Marke von sieben Prozent. Ein Niveau darüber gilt als ruinös, weil sich das Land zu solchen Zinssätzen auf Dauer nicht refinanzieren könnte.

Auch aus den USA selbst gab es gute Nachrichten: Die Stimmung der Konsumenten hellte sich Anfang November den dritten Monat in Folge auf. Privatkonsum ist ein wichtiger Motor für die US-Wirtschaft. Im historischen Vergleich ist die Stimmung der Konsumenten angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und Angst vor der europäischen Schuldenkrise aber noch immer auf einem recht niedrigen Niveau.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 2,2 Prozent zu auf 12.153 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.896 und 12.179 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg zwei Prozent auf 1263 Zähler.

Bankentitel profitieren von guten Nachrichten aus Europa

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls zwei Prozent auf 2678 Punkte. In der abgelaufenen Woche konnte der Dow-Jones um 1,4 Prozent und der S&P-500 um 0,8 Prozent zulegen. Die Nasdaq gab in den letzten fünf Handelstagen 0,3 Prozent ab. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 6057 Zählern.

Wenn das Unterhaus in Italien dem Sparpaket am Samstag ebenfalls zustimmt, ist der Weg für den Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi frei. Als Favorit für die Nachfolge gilt der Wirtschaftsexperte und ehemalige EU-Kommissar Mario Monti.

Von den guten Nachrichten aus Europa profitierten bei den Einzelwerten besonders die Bankentitel. Die Papiere der Bank of America gewannen drei Prozent, die Anteilsscheine der Citibank legten um 2,4 Prozent zu. Im Fokus der Anleger stand auch der US-Chiphersteller Nvidia. Die starke Nachfrage nach Smartphones und Tablet-Computern bescherte dem Konzern unerwartet hohe Gewinne. Die Papiere verteuerten sich um 3,5 Prozent.

Walt Disney machte einen Gewinnsprung von 30 Prozent

Auch bei Walt Disney klingeln die Kassen. Der Wunsch nach Zerstreuung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bescherte Walt Disney im vierten Geschäftsquartal einen Gewinnsprung von 30 Prozent. Die Aktien kletterten 5,9 Prozent. Caterpillars Pläne für einen Zukauf in China kamen am Markt ebenfalls gut an. Die Anteilsscheine legten 4,2 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 2581 Werte legten zu, 420 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,58 Milliarden Aktien 1966 im Plus, 542 im Minus und 101 unverändert.

Die Börse für US-Staatsanleihen blieb am Freitag wegen des Feiertags für die Veteranen geschlossen.