Börsen-Bericht

Italien löst kräftigen Kurssprung beim Dax aus

Börsianer rechnen mit einem baldigen Regierungswechsel in Italien. Das beflügelt die Phantasie der Anleger. Der Dax steigt drei Prozent.

In der Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Italien kehrten die Anleger zum Wochenschluss wieder verstärkt an den Aktienmarkt zurück. Der überraschend deutliche Anstieg des US-Verbrauchervertrauens gab dem Dax am Nachmittag noch zusätzlichen Auftrieb. In der Spitze gewann der Leitindex 3,4 Prozent auf 6065 Zähler und notierte zum Handelsschluss mit 6057 Punkten 3,2 Prozent über seinem Schlussstand vom Donnerstag. Der MDax rückte derweil um 3,5 Prozent auf 9153 Zähler vor, der TecDax stand mit 706 Punkten 3,6 Prozent höher.

Am Rentenmarkt setzte sich die Entspannung ebenfalls fort. Der Bund-Future gab um 137 Ticks auf 137,18 Zähler nach. Die dem Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,885 Prozent. Auch am Devisenmarkt machte sich Zuversicht breit. Der Euro verteuerte sich in der Spitze bis auf 1,3788 Dollar und notierte zuletzt mit 1,3783 Dollar deutlich über dem New Yorker Vortagesschluss.

Trotz eines Gewinneinbruchs bei der Allianz ließen sich die Anleger nicht davon abhalten, bei den Papieren des Versicherers zuzugreifen. Die Aktie stieg um 5,6 Prozent und war damit einer der Favoriten im Dax. Auch andere Finanzwerte wie Deutsche Bank oder Commerzbank erfreuten die Investoren mit Aufschlägen von 5,8 und 5,7 Prozent. Die Aareal-Bank legte im MDax neun Prozent zu. Die Entspannung in Italien helfe den Finanzwerten im allgemeinen, urteilten Marktteilnehmer.

Papiere des Düngemittel- und Salzherstellers K+S hinkten dem Markt dagegen mit einem mageren Plus von 0,1 Prozent hinterher. Am Donnerstag hatte die Aktie wegen eines vorsichtigen Ausblicks 4,7 Prozent verloren. Einige Experten, darunter Equinet, senkten daraufhin ihre Kursziele.

Salzgitter rückten um 4,9 Prozent vor. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern hat im dritten Quartal 21 Mio. Euro verdient. Gewinn und Umsatz legten im Jahresvergleich zu. Doch wegen der sich eintrübenden Stahlkonjunktur, des Preisdrucks und der üblichen saisonalen Abschwächung lief es nicht so gut wie im Sommerquartal.

Der Gewinn lag leicht unter den Markterwartungen, der Umsatz hingegen darüber. HHLA verbesserten sich derweil um 4,9 Prozent. Trotz der Turbulenzen in der Weltwirtschaft knüpfte das Unternehmen an seinen Wachstumskurs an. Bei der Vorlage des Quartalsberichts warnte die HHLA-Spitze allerdings vor einer „merklichen Konjunkturabkühlung“. IVG Immobilien schossen um 30 Prozent nach oben. Der Konzern hat zwei Kredite über zwei Mrd. Euro vorzeitig verlängert.