Standard & Poor's

Union will Ratingagenturen haftbar machen

Nach der irrtümlichen Herabstufung von Frankreich durch S&P geraten Ratingagenturen verstärkt in die Kritik. Sie sollen strenger beaufsichtigt werden.

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Die Union drängt auf weitere Schritte zur Regulierung der Finanzmärkte. Im Bundestag forderte der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Flosbach eine „deutliche Verschärfung“ der Kontrolle der Ratingagenturen. Die Koalition sollte sich auch mit einer Haftung bei „grob fahrlässigen“ Fehlern befassen.

Er nannte die versehentliche Herabstufung von Frankreich durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in der Nacht zum Freitag „grob fahrlässig“.

Flosbach sagte, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, habe diese Woche in einer Veranstaltung der Unionsfraktion kritisiert, die Ratingagenturen seien „deutlich zu wenig“ reguliert. Sie sollten genauso behandelt werden wie systemische Banken, forderte Sanio laut Flosbach.

Empörung in Frankreich

Französische Politiker reagieren empört auf die irrtümliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes. Jean-François Copé, Generalsekretär der Regierungspartei UMP, bezeichnete die Arbeit der Ratingagenturen am Morgen als „traurig“ und „desolat“.

Standard & Poor's hatte am Donnerstagnachmittag eine Mitteilung an einige Kunden verschickt, wonach Frankreich seine Top-Bonität verloren habe. Erst anderthalb Stunden später wurde die irrtümliche Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit korrigiert.

Frankreich hatte erst vor wenigen Tagen den strengsten Sparhaushalt seit 1945 angekündigt, um die Bestnote AAA weiterhin führen zu können.