Börsen-Bericht

Gute Bilanzen machen den Dax-Anlegern Mut

Die Quartalszahlen mehrere Großkonzerne lösten steigende Aktienkurse ein. Die Abstimmung in Italien sorgte dann für einen Dämpfer.

Positiv aufgenommene Geschäftszahlen mehrerer europäischer Großkonzerne und die Hoffnung auf das Ende der Ära Berlusconi lockten die Anleger am Dienstag an die Aktienmärkte. Der Dax kletterte in der Spitze um bis zu 2,7 Prozent, grenzte aber nach der Haushaltsabstimmung in Italien die Gewinne deutlich ein.

Zum Handelsende wies der Leitindex noch ein Plus von 0,6 Prozent auf 5961 Punkte aus. Ministerpräsident Berlusconi hat die wichtige Haushaltsabstimmung zwar gewonnen, die Mehrheit im Parlament aber offenbar dennoch verloren. Der Bund-Future stieg zuletzt um vier Ticks auf 137,95 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,805 Prozent. Der Euro erreichte mit 1,3844 Dollar sein Tageshoch. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3794 Dollar gehandelt.

Neben dem politischen Tauziehen in Europa richteten die Anleger den Blick auf eine Vielzahl von Quartalsberichten. So lenkten etwa die Zahlen der Munich Re, der Aareal Bank und der Comdirect Bank den Fokus auf die Finanzbranche. Die Aktien der Munich Re drehten zwar kurz ins Plus, büßten aber im Verlauf wieder leicht um 0,6 Prozent ein. Der Konzern hatte die Gewinnerwartungen laut Händlereinschätzungen verfehlt.

Entgegengesetzt das Bild bei der Aareal Bank. Das Papier des Immobilienfinanzierers verteuerte sich nach etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen an der MDax-Spitze um 11,8 Prozent. Comdirect-Titel profitierten von der erneuten Anhebung der Gesamtjahresprognose und verteuerten sich bis zum Handelsschluss um 0,6 Prozent.

Vorzüge von VW rückten nach Absatzzahlen um 1,2 Prozent vor. Die Wolfsburger verkauften auch im Oktober deutlich mehr Autos als im Vorjahr. Infineon gewannen 3,5 Prozent. Händler verwiesen auf zuversichtlichere Äußerungen des Konkurrenten STMicroelectronics für die Zukunft. Aktien von Hugo Boss sprangen nach einer Prognoseanpassung um 8,5 Prozent an. Der Modekonzern hatte mit Blick auf gute Wachstumsaussichten in Asien und Amerika seine mittelfristigen Ziele angehoben.

Drillisch machten mit einem Plus von zwölf Prozent einen Teil des 40-prozentigen Kursverlustes vom Vortag wett. Die Deutsche Telekom hatte einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Provisionsbetrug vorgeworfen und deshalb die Verträge mit den Unternehmen fristlos gekündigt. Leonie-Aktien rutschten um 2,6 Prozent auf 29,35 Euro ab, obwohl das Unternehmen ein 40-prozentiges Gewinnplus bekanntgegeben hatte.