Leserfrage

Warum kommen Scheckgutschriften oft spät an?

Die Gutschrift bei einem Verrechnungsscheck kann bis zu zehn Tage dauern. Viele Kunden wundern sich über die Verzögerung.

Foto: picture-alliance/ ZB

Frage: Ich habe einen Verrechnungsscheck erhalten und sofort zu meiner Bank gebracht habe. Leider hat es zehn Tage gedauert, bis ich über das Geld verfügen konnte. Wie kann das sein?

Antwort: Was vielen Kunden bei der Einreichung des Schecks bei ihrer Bank nicht wissen: Kreditinstitute können Schecks nur „zum Inkasso“ hereinnehmen: Der Betrag wird unter Vorbehalt gutgeschrieben.

Auch wenn der Betrag bereits als Gutschrift auf dem Konto des Scheckeinreichers erscheint – auf dem Kontoauszug ist dies häufig an dem Kürzel E. v. für Eingang vorbehalten zu erkennen – muss die Bank das Geld erst noch von dem Kreditinstitut des Scheckausstellers einziehen. Ob man im Einzelfall schon vorher darüber verfügen kann, ist eine geschäftspolitische Entscheidung der Bank und hängt unter anderem von der Bonität des Kunden ab.

Gerade bei Auslandsschecks und Schecks, die auf eine andere Währung lauten, kann der Geldeinzug länger dauern: Im Unterschied zu Überweisungen und Lastschriften müssen Schecks manuell bearbeitet und zum Kreditinstitute des Ausstellers geschickt werden. Stellt die Bank des Ausstellers fest, dass der Scheck gefälscht oder nicht gedeckt ist, zahlt sie ihn nicht. „Platzt“ der Scheck, macht die Bank des Einreichers dann die E.v.-Gutschrift auf dem Konto wieder rückgängig.

Bankkunden sollten Schecks, insbesondere die auf ein Konto bei einer ausländischen Bank ausgestellt sind, nur dann als Bezahlung akzeptieren, wenn sie ihren Geschäftspartner gut kennen. Sie sollten sicher sein, dass der Scheck echt und gedeckt ist. Wer seinen Geschäftspartner nicht kennt, sollte sich das Geld lieber überweisen lassen.

Tanja Beller, Bundesverband Deutscher Banken