Börsen-Bericht

Dax fällt unter die 6000-Punkte-Marke

Die Hängepartie der Griechen und die geringe Beteiligung der G-20-Staaten am Rettungsfonds löst Unsicherheit an der Börse aus. Der Dax rutscht ab.

Neue Zweifel am Erfolg der Pläne zur Bewältigung der Schuldenkrise haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss zu schaffen gemacht. Neben dem politischen Chaos in Griechenland sorgte die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel für Verunsicherung, das Interesse der G-20-Staaten an einer Beteiligung am Rettungsfonds EFSF sei gering. Da halfen auch die positiv gewerteten US-Arbeitsmarktdaten nur für kurze Entspannung. Zum Handelsschluss notierte der Dax mit 5966 Punkten 2,7 Prozent tiefer, nachdem er zum Handelsstart noch 0,7 Prozent im Plus gestanden hatte. Der MDax schwächte sich um 0,7 Prozent ab, während der TecDax dank fester Solarwerte ein Prozent zulegte.

Die andauernden Schlagzeilen rund um die griechische Schuldenkrise schickten den Euro auf Berg- und Talfahrt. Die Gemeinschaftswährung schwankte zwischen 1,3866 und 1,3712 Dollar und kostete zuletzt 1,3745 Dollar. Der Bund-Future legte 89 Ticks auf 137,76 Zähler zu. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,82 Prozent.

Papiere der Commerzbank rutschten angesichts eines überraschend hohen Quartalsverlusts mit einem Abschlag von 6,3 Prozent an das Dax-Ende. Neue Abschreibungen auf ihre Griechenland-Anleihen hatten die Bank im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Beim Handelsergebnis habe die Großbank zwar besser abgeschnitten, Provisions- und Zinsüberschuss hätten jedoch enttäuscht, so ein Händler. Negativ sei zudem, dass die Bank ihre bisherigen Ziele aufgegeben hat. Die zunächst fest gestarteten Titel der Deutschen Bank tauchten ebenfalls um 3,1 Prozent ab. Auf dem Gipfel in Cannes wurden neue Regeln für systemrelevante Banken beschlossen.

Zu den 29 weltweit betroffenen Finanzinstituten, die ihr Kapital stärken müssen, gehören auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Um 3,1 Prozent abwärts ging es auch für die Lufthansa, nachdem sich der deutsche Marktführer mit dem britischen Konkurrenten IAG grundsätzlich über einen Verkauf der britischen Tochter British Midland (BMI) geeinigt hat. Gerüchten zufolge liegt der Kaufpreis zwischen 350 und 460 Mio. Euro. Laut Commerzbank-Analyst Frank Skodzik sind aber alleine die Start- und Landerechte von BMI rund 450 Mio. Euro wert.

Äußerungen von US-Präsident Obama zu Billigimporten aus China weckten bei Anlegern die Hoffnung auf bessere Zeiten für deutsche Solarfirmen. Mit einem Plus von 27,4 Prozent führten Q-Cells mit Abstand die Gewinnerliste im TecDax an. Solarworld folgten mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent.